Pfarrkirche St. Vincenz Menden

Beim Stadtrundgang kaum zu übersehen sind auch die historischen Kirchen in Menden, allen voran die katholische Pfarrkirche St. Vincenz, eine gotische Hallenkirche, deren Westturm noch aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammt. Das dreischiffige Langhaus mit Kreuzgewölbe entstand im 15. Jahrhundert. Diesen Stil findet man nicht allzu häufig im kurkölnisch-westfälischen Raum. Weitere Beispiele dafür sind etwa die St. Johannes Kirche in Attendorn und die St. Georg Stadtkapelle in Arnsberg.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Pfarrkirche St. Vincenz mit Querschiff und Chor erweitert. Das Innere der Kirche ist eher schlicht gestaltet. Die interessantesten Details sind hier der Altar von 1628, eine Madonna von 1460 und ein gotisches Triumphkreuz.

Überregional bekannt sind Menden und die St. Vincenz Kirche vor allem durch die lange Tradition der Oster-Feierlichkeiten. Seit weit über 300 Jahren strömen alljährlich viele Tausend Gläubige in die Stadt, um das Osterfest hier zu feiern, insbesondere den Höhepunkt, die Mendener Kreuztracht.

SSehr viel jünger ist die Pfarrkirche St. Walburgis in der Mendener Unterstadt. Sie war Anfang des 20. Jahrhunderts nötig geworden, um der durch das Bevölkerungswachstum größer gewordenen Gemeinde ausreichend Platz zu bieten. Den Grundstein zu der Kirche, die zunächst als Provisorium geplant war, legte man 1929. Aus dem Provisorium wurde dann allerdings doch eine dauerhafte Einrichtung, und so erhielt der Kirchenbau 1953-54 auch noch einen Turm, der heute schon von weither sichtbar ist. Interessant ist die Dachkonstruktion, ein Zollbau-Lamellendach, das als holzsparende Konstruktion für Tonnengewölbe Anfang des 20. Jahrhunderts gern genutzt wurde. Ungewöhnlich auch das 4m hohe Gabelkreuz über dem Altar, das 1935 entstand. Deutlich im Stil der 1960er Jahre gestaltet sind die farbenfrohen Bleiglasfenster.

Auch die wichtigste evangelische Andachtsstätte sei genannt, die Heilig-Geist-Kirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich dabei um eine typische neugotische Hallenkirche mit Westturm. Bemerkenswert sind der Kleeblattchor und der Orgelprospekt, der noch aus der Erbauungszeit erhalten ist.