Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf

Wer Iserlohn besucht, der sollte sich auch einen Besuch in der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf nicht entgehen lassen. Zu finden ist der Ortsteil Barendorf leicht. Vom Ortskern aus geht es auf der B 233 nach Norden. Am östlichen Rand des Waldgebiets Iserlohnerheide liegt Barendorf.

Die Industrieansiedlung entstand Anfang des 19. Jahrhunderts und wurde im Lauf der Zeit nicht vom Wachstum der Stadt beeinträchtigt. So blieb die Fabrikanlage Maste-Barendorf praktisch originalgetreu erhalten und gilt heute als die bedeutendste erhaltene Fabrikanlage des 19. Jahrhunderts im Märkischen Kreis. Sie besteht insgesamt aus zehn Gebäuden. Keimzelle war ein Messingwalzwerk, das die beiden Unternehmer Maste und Duncker am Ufer des Baarbachs errichteten. Die Wasserkraft lieferte die nötige Energie für ein Walzen- und ein Glühofen-Gebäude.

Im Laufe der Zeit kamen weitere Gebäude und Werkstätten hinzu: Gießhaus, Stampfhaus, Lötschmiede, Schleifgebäude, Drahtzieherei, Eisengießerei, Ahlenschmiede, Sandhaus, Pocherei und Feilenhauerschmiede. Die Produktion lief erfolgreich bis zum Ersten Weltkrieg, die Produkte wie Nadeln, Türbeschläge oder Kerzenleuchter fanden internationale Abnehmer.

In den 1960er Jahren entstand die Idee, aus der inzwischen brachliegenden Anlage ein Industriemuseum zu machen. In den 1980er Jahren wurden diese Pläne konkret. Die Stadt kaufte das Gelände, restaurierte die Gebäude und richtete Museen ein: das Nadelmuseum Iserlohn und eine Gelbgießerei. Ganz große Fans der Industriegeschichte können sich sogar in einem eigens eingerichteten Trauzimmer das Jawort geben.

Auch Kunst und Kultur haben hier einen Platz gefunden. Mehrere Ateliers wurden eingerichtet, die den jeweils aktuellen Preisträgern der Märkischen Kulturkonferenz für ihre Arbeit zur Verfügung stehen.

Im Sommer finden regelmäßig auch Musikfans den Weg in die historische Fabrikanlage, wenn es heißt: Rock in Barendorf. Ein halbes Dutzend Konzerte pro Jahr mit unterschiedlichen Bands ziehen auch überregional zahlreiche Besucher an.