Hagener Ruhrtal

Das Wandergebiet Hagener Ruhrtal erstreckt sich westllich von Hagen von der Einmündung der Volme bis zum Kemnader See. Zur Region zählen Stadtteile von Hagen, Wetter und Witten. Blaue Seen und grüne Lungen, dazu die Wiege des Steinkohlebergbaus im Ruhrtal, Fossilien, Burgen, Schlösser und Bergbautradition – im Hagener Ruhrtal findet sich viel Abwechslung für einen Tagesausflug mit Wanderung.

Am eindrucksvollen Ruhr-Viadukt zwischen Hagen und Herdecke beginnt der Harkortsee in dessen Nähe das Wandergebiet rund um den Kaisberg (185m) entdeckenswert ist, insbesondere der Freiherr-vom-Stein-Turm und der Geopfad Kaisberg.

Der Kemnader See befindet sich ein Stück flussabwärts. Hier kreuzt eine Ruhrfähre, die einen Tagesausflügler von Ufer zu Ufer, von Sehenswert zu Erlebenswert und wieder zurück bringt. Wie beispielsweise zur Zeche Gibraltar mit dem Bootshaus, zur Burgruine Hardenstein und dann doch noch mal zurück zum Freizeitbad Heveney. Viele Möglichkeiten gibt es am Kemnader See!

Schlossig und burgig geht es auch zu im Hagener Ruhrtal. Das Wasserschloss Werdringen mit seinen Wurzeln im 13. Jahrhundert zählt zum Historischen Centrum Hagen und findet sich in Hagen-Vorhalle und ganz nah an einer weltweit bekannten Fossilienfundstelle, der Ziegelei Vorhalle. Augenscheinlich schlechter in Schuss ist die Burg Volmarstein, erkennbar an dem halben Turm. Schlossromantik pur gibt es am privaten Schloss Steinhausen bei Witten-Bommern. Ebenfalls ein Hingucker ist Haus Herbede, das aus einem mittelalterlichen Rittergut hervorgegangen ist.

Sollte es einmal regnen, kann man auch Museen besuchen. Neben dem Museum im Schloss Werdringhausen, sei das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall empfohlen. In den Gebäuden der früheren Zeche und der sich anschließenden Ziegelei kann man in die Bergbaugeschichte eintauchen und tief in einen Stollen blicken.

Stollen anderer Art sind vielleicht unter den Händen von Henriette Davidis entstanden. Der berühmtesten Kochbuchautorin Deutschlands mit Heimherd in Wengern ist auch ein Museum gewidmet. Henriette Davidis verdanken wir die heute allgemein bekannte Wendung „man nehme“ zum Einstieg in Rezepte aller Art.

Wundervoll zu erwandern ist das Muttental. Hier sieht man wie sich die Natur das über Jahrhunderte durch Bergbau bewirtschaftete Gebiet wieder zurückerobert. Aus einigen Wunden quillt noch Wasser, die Stollenmundlöcher geben es frei, hinter Gittern. Denn man sollte da nicht mehr reinkrabbeln, wie damals die Menschen, beispielsweise in die Zechen Eimerweise, das sind Kleinzechen, die von nur wenigen Bergmännern ausgehoben wurden. Pingen, Halden, Göpel, Verladestationen, Flöze, Gruben, ein Bethaus – schon bald schwirrt einem der Kopf von den vielen fremden Begriffen, wenn man kein Bergmann ist, doch die Füße tragen weiter, vielleicht zum parkenden Wagen oder noch besser, zur historischen Ruhrtalbahn – Dampfzugfahrt genießen!