Witten-Bommern

Die Ruhrgebietsstadt Witten hat acht Stadtteile. Insbesonders einem davon gelang es, ein sehr beliebtes Ausflugsziel zu werden: Witten-Bommern. Der Stadtteil liegt nämlich am Bergbauwanderweg Muttental, einem der spannendsten Rundwanderwege durch die Bergbaugeschichte des Ruhrgebiets. Die Ruhr trennt übrigens Bommern vom Wittener Zentrum, das nördlich der Ruhr liegt.

Um diese Kluft zu überbrücken ist eine Holzbrücke bereits im Jahre 1503 genannt. Diese überstand die eisigen Zeiten nicht und wurde durch treibendes Eis auf der Ruhr zerstört. Bis 1882 fand eine Fähre Einsatz, um die Menschen von Hüben nach Drüben zu bringen. Ein Drama mit einer Panikwelle, ausgelöst durch betrunkene Fahrgäste, die von der Wittener Zwiebelkirmes nach Bommern schunkelten, brachte eine Fähre 1838 zum Kentern und 42 Passagiere starben. Einige Jahrzehnte zu spät für diese armen Bommeraner kam die Einweihung der Ruhrbrücke 1882. Die aktuelle Bommeraner Ruhrbrücke trägt noch jugendliches Datum: 1997.

In Bommern wächst die evangelische Kirche mit ihrem Turm, der durch zwei weitere Türmchen begleitet wird, in den Himmel. Die Kirche im neogotischen Stil wurde durch Spenden und eine Stiftung 1893 ermöglicht und findet sich in der Rigeikenstraße.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Witten-Bommern zählen das in Bommerns Norden gelegene Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia. Hier finden sich einige Grubenfahrzeuge im Ambiente der 1892 geschlossenen Zeche Theresia. Ein weiteres Highlight ist das Schloss Steinhausen oberhalb der Grube. Auch das liegt als Anreiner am Bergbauwanderweg durchs Muttental, der Besucher aus nah und fern in die grüne Lunge des Ruhrgebiets lockt. Einen Steinwurf weiter ist das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall eine Reise wert.

Bommern gliedert sich in einige Stadtteilbezirke. Nicht hinzu gehört das zu Herbe zählende Bommerholz im Elbschebachtal. Umso mehr bringt es durcheinander, dass das Wahrzeichen von Witten-Bommern der Wasserturm Bommerholz ist. Der Wasserturm entstand 1910 und er misst knapp 27m. Auch wenn man den Turm, wo einst eine Windmühle stand, nicht besichtigen kann, so lässt es sich von dem Punkt aus trotzdem ein wenig erhöht ins Umland schauen – nachts wird der Turm stimmungsvoll angestrahlt. Er liegt auf der Route der Industriekultur.

Südöstlich vom Ortskern Bommerns liegt das Naturschutzgebiet Ruhraue Witten Gedern mit 85ha. Dies Fläche ist geprägt durch die Auen Gederwiesen und Ruhrweiden. Auf einigen der alten landwirtschaftlich genutzten Flächen weiden auch heute Rinder oder knabbern Pferde am Gras. Schützenwert ist die Region, die auch eine kleine Ruhrinsel hat, genannt RWE-Insel, als Rast und Brutplatz für Vögel. Aus Naturschutzgründen sollen auch zweibeinige Besucher draußen bleiben, westlich vom Gebiet kann man aber über einen Fuß- und Radweg einen Blick riskieren.