LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall

Am Beginn des Muttentals ist die Zeche Nachtigall in Witten-Bommern zu finden, nordwestlich des Kernortes. Hier im Muttental liegt die Wiege des Bergbaus im Ruhrgebiet. Das Bergwerk Zeche Nachtigall ist ein sehenswertes Wanderziel des Bergbauwanderwegs Muttental.

Die Zeche Nachtigall gehörte zu einer der größten Tiefbauzechen in der Region und 1714 begann hier der Untertageabbau von Steinkohle. Bereits 1645 tauchte der Name Zeche Nachtigall Unterlagen auf. Man förderte Fettkohle, eine Steinkohlenart mit einer hohen Dichte, die sich als Brennstoff für Energieerzeugung gut eignet. Der Abbau fand im Stollenbau statt, das heißt das oberhalb einer Lagerstätte ein Stollen nahezu waagerecht ins Gelände getrieben wurde, um die fossilen Brennstoffe aus dem Boden zu holen.

Wenn die Lagerstätten oberhalb der Stollensohlen weitestgehend ausgeschöpft waren, gings in die Tiefe. Bei der Zeche Nachtigall war das ab 1832 der Fall und es wurde schräg hinab gebuddelt – und dann immer weiter runter ins Erdreich, bis sich die Grube 1892 erschöpft hatte. Zwei Gründe waren ausschlaggebend für die Stilllegung: zu wenig Kohle im Berg, zu viele Probleme mit der Wasserhaltung, heißt, eindringendes Wasser musste auch wieder raus und das kostet.

Was man heute auf dem Gelände sieht, sind größtenteils nicht die Grubengebäude, sondern die Bauten einer Ziegelei, die der Unternehmer Dünkelberg ab 1897 auf der Zeche Nachtigall betrieb. Aus der Zechenzeit genutzt wurden das Werkstatt- und das Fördermaschinengebäude. Nach dem Ende der Ziegelei 1964 gastierte unter anderem ein Schrottplatz. Heute ist auf dem Gelände das besuchenswerte LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall präsent.

Wer im Muttental auf den Bergbauspuren wandert, sollte an der Zeche Nachtigall unbedingt eine Station einlegen. Das technische Museum ist eine Außenstelle des LWL-Industriemuseums und die Gebäude der alten Zeche stehen unter Denkmalschutz. Zu sehen ist auch ein Ringofen der Ziegelei. Am Schachtkopf des Schachtes Herkules lässt es sich tief blicken.

In den Zechenhäusern kann man sich über den Steinkohlenbergbau im Ruhrtal und dessen Entwicklung schlau machen sowie einen Eindruck von einer Kleinzeche erhalten. Diese wurde auf dem Gelände rekonstruiert. Man nannte sie auch Zeche Eimerweise – was auf die Ausbeute und den Umfang der Stollenerträge schließen lässt. Ach, wenn man sich das alles vorstellt, den ganzen Tag in einer Grube im Dustern zu wandern - als Besucher kann man ja jederzeit wieder raus ins herrliche Muttental.