Burg Hardenstein

Östlich von Witten-Herbede steht die Ruine der Burg Hardenstein, umgeben vom Naturschutzgebiet Hardenstein nahe des Muttentals. Die Niederungsburg war in der Hauptsache ein herrschaftlicher Besitz und diente den Wohnzwecken einer gräflichen Familie. Heinrich II. von Hardenberg ließ die Wasserburg 1345-54 errichten.

Geldnöte waren auch damals schon oft treibende Kraft für Streit und Fehden, die bei einem Nachfahren, der sich Hardenstein nannte, mit einer Hinrichtung quittiert wurde und Burg Hardenstein kam an Robert Stael von Holstein. Im 15. Jahrhundert erhielt die Südseite der Burg Hardenstein zwei flankierende Türme und eine Schildmauer. Die Burg Hardenstein war bis ins 16. Jahrhundert bewohnt und verfiel erst ab dem 18. Jahrhundert. Seit 1975 ist sie im Besitz der Stadt Witten, frei zugänglich und ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Verein Burgfreunde Hardenstein kümmert sich um den Erhalt und die Erforschung der Burg. Eine Sammlung von Fundstücken ist in der Grundschule Witten-Herbede zu besichtigen. Hinter der südlichen Mauer verläuft der Bergbauwanderweg Muttental und die einzige Ruhrfähre legt nahe der Burg am Ufer an. Die Trasse der Museumseisenbahn Ruhrtalbahn verläuft an der Nordseite der hübschen Burgruine und gerne nutzen Touristen die Verbindung, um mit einem historischen Dampfzug den Geist der alten Zeit zu atmen.

Einen Geist gibt es nämlich auch in der Geschichte der Burg Hardenstein, oder gab es, glaubt man der Sage um den Zwergenkönig Goldemar. Der war unsichtbarer Gast auf Burg Hardenstein, mit dem die Bewohner gerne schon mal ein wenig Party machten. Ein Küchenjunge wollte mehr über den Zwergenkönig herausfinden, streute Mehl und Erbsen, um wenigsten Fußspuren zu sichern. Diese Neugier gefiel Goldemar nicht, weshalb er den Küchenjungen tötete, ihn kochte und aufaß, nicht ohne gleichzeitig einen Fluch über die Burg zu verhängen.

Im Naturschutzgebiet Hardenstein stehen Küchenjungen nicht unter Schutz, böse Zwerge aber auch nicht. Das Naturschutzgebiet Hardenstein hat eine Fläche von 16,5ha und ist nahezu komplett mit Wald überzogen. Wie im Ruhrtal gewohnt, ist auch dieser Landstrich vom Bergbau geprägt und es finden sich in der Umgebung zahlreiche Spuren des Kohleabbaus, wie Pingenfelder, Stollenmundlöcher, Halden an Hangböschungen, kleine Steinbrüche und Wege, auf denen die mit Kohle beladenen Karren verkehrten. Durch das Gebiet verläuft der Bergbauwanderweg Muttental und am Wegesrand erhält der Wanderer Einblicke in die montanen Sehenswürdigkeiten, wie dem Stollenmundloch Reiger oder er erkundet die Hohlwege der Zeche Carthäuserloch, die sich östlich der Burg Hardenstein befunden hat.