Harkortsee

Zwischen den Städten Wetter, Herdecke und Hagen liegt der 1931 als Flusskläranlage angelegte Harkortsee. Der 3,1 Millionen Kubikmeter fassende und 137ha große Harkortsee dient der Feinreinigung des Wassers aus der Volme und dem Klärwerkablauf Hagens, welches sich mit dem aus dem Hengsteysee bereits behandelten Wasser der Flüsse Ruhr und Lenne vermischt.

Der Harkortsee hat zudem die Aufgabe eines Ausgleichbeckens für den im Hengsteysee betriebenen Pumpspeicher. Dies führt dazu, dass der Harkortsee so etwas wie Ebbe und Flut kennt: Während der Pumpbetrieb im Hengsteysee meist in der Nacht läuft, fließt dem Harkortsee nämlich kein Wasser zu und der Spiegel sinkt ab. Gleichzeitig fließt stetig Wasser aus dem Harkortsee ab. Laufen die Turbinen des Speicherkraftwerks, steigt der Wasserspiegel in beiden Seen wieder an.

Am markanten Ruhr-Vidadukt zwischen Hagen und Herdecke ist der Beginn des Harkortsees. Der malerische Ruhr-Viadukt wurde als Steinbogenbrücke im Jahre 1878 fertiggestellt und bietet durch zwölf Bögen hübsche Wasserblicke. Ein Stauwehr mit fast 8m Stauhöhe zwischen Hagen und Wetter unterhalb der Ruhrbrücke der B 226 markiert das Ende des Harkortsees. Im Bereich des stromabwärts befindlichen Kraftwerks wurde 2004 eine Fischtreppe angelegt, damit die Fische aus der Ruhr in den Harkortsee aufsteigen können.

Als weitere Verbesserung wurde mit der umfänglichen Sedimenträumung zwischen 1999 und 2003 ein Hechtlaichgewässer und eine Inselkette als Schonraum für Wasservögel angelegt. Doch nicht nur für die Tierwelt bietet der Harkortsee Platz für Aktivität und Muße. Auf dem Harkortsee kann man segeln, rudern und Kanu fahren und im Norden lädt ein Rad- und Wanderweg zum Spazierengehen ein.

Ein beliebtes Ereignis ist das Wetterer Seefest. Es findet jährlich am Wochenende vor oder nach den Sommerferien statt und bietet ein breites Musikprogramm und Aktionen für die ganze Familie.

Südöstlich des Harkortsees in Richtung Hagen-Vorhalle erhebt sich der Kaisberg (185m). Der Kaisberg besteht aus Karbon-Schichten und zählt zu den ältesten kohleführenden Schichten des Ruhrgebiets. Man fand in der Nähe des Kaisberges bronzene Langschwerter und ein Urnenfeld. Am Fuße des Kaisbergs nahe des Seeufers und des Yachthafens findet sich das Wasserschloss Werdringen mit dem Museum für Ur- und Frühgeschichte und ein Campingplatz.

Weithin sichtbar ist der Freiherr-vom-Stein-Turm auf dem Kaisberg. Der bekannte Freiherr vom und zum Stein (1757-1831), preußischer Beamter und Staatsmann mit vordemokratischem Reformwillen, war mit 24 Jahren ein junger Oberbergrat in Wetter und später Direktor der Bergämter zu Wetter, Ibbenbüren und einer Kommission von Minden-Ravensberg. Als Inhaber dieser Position war vom Stein wichtiger Aufbauhelfer des Westfälischen Bergbaus.

Zunächst stand an der Stelle des heutigen Turmes aus Stein aus dem Jahr 1869 im Stile der Neorenaissance ein Holzturm, der Wanderer zu einer Spende animieren sollte. Impulsgeber dafür war Friedrich Harkort. Dieser Harkort war ein wichtiger Mann im Ruhrtal, deshalb auch die zahlreichen Benennungen als Straße, See, Schiff, Berg und Denkmal. Der in Haspe geborene Harkort (1793-1880) war ein bedeutender Unternehmer und gilt als Vater des Ruhrgebiets.

Spannend und interessant für Wanderer ist der Geopfad Kaisberg. Der Rundweg kann am Parkplatz am Wasserschloss Werdringen in Hagen-Vorhalle begonnen werden. Der Geopfad Kaisberg bietet fantastische Panoramablicke, Aussichten auf die Kulturdenkmäler des Freiherr- vom-Stein-Turms und des Ruhr-Viadukts sowie natürlich Einblicke in fossile Pflanzen im Kaisberg-Sandstein oder in die Zeit des Steinkohlebergbaus.