Hengsteysee

Ende des 14. Jahrhunderts wird Hengstey als eigenständige Ortschaft erstmals erwähnt. Es liegt südlich des Hengsteysees, der im Hagener Norden durch die Ruhr gebildet wird, nachdem diese ungefähr einen halben Kilometer zuvor durch die Einmündung der Lenne deutlich verstärkt wurde. Heute gehört Hengstey dem Hagener Stadtteil Boele an. Am Nordufer des Hengsteysees schließen sich das Ardeygebirge und das Stadtgebiet von Dortmund mit der Hohensyburg an.

Das wichtigste Ausflugsziel in Hengstey ist der 136ha große Hengsteysee. Der Hengsteysee wurde 1929 als Flusskläranlage aufgestaut, um die stark verunreinigte Ruhr zu säubern. Staut man einen Fluss auf, verringert sich die Fließgeschwindigkeit und biologische Selbstreinigungsprozesse können in Gang kommen. Zum anderen dient der See als Auffangbecken für den Flussschotter, den die Lenne mitbringt, und der sich im See absetzt. Außerdem produziert ein Laufwasserkraftwerk am Westende des Sees Elektrizität.

Für Anwohner und Besucher ist allerdings der Freizeitwert des Sees maßgeblich, und der ist hoch. Rund um den Hengsteysee verläuft ein rund 6,5km langer Rundweg, der zum Spazierengehen oder Radfahren einlädt. Eine Teilstrecke gehört auch zum Ruhrtalradweg. Baden kann man im Hengsteysee wegen der nach wie vor schlechten Wasserqualität zwar nicht, doch wenn man möchte, kann man sich mit dem Fahrgastschiff Freiherr vom Stein über den Hengsteysee fahren lassen. Wer dennoch selbst ins Wasser springen möchte, kann das ganz in der Nähe tun, nämlich im alten Freibad Hengstey am südlichen Ufer des Hengsteysees.

Falls die Wasserqualität irgendwann in der Zukunft einmal so gut sein sollte, dass man im Hengsteysee bedenkenlos tauchen kann, dann könnte man sich in der Tiefe des Sees die Grundmauern von Haus Niedernhofen ansehen. Eine erste urkundliche Erwähnung des ehemaligen Rittersitzes findet sich für das Jahr 1543. 1857 allerdings brannte das Haus ab und wurde nie wieder errichtet.