Hagen-Boele

Boele und Boelerheide sind heute Stadtteile innerhalb der Kernstadt Hagen, waren aber ursprünglich einzelne Ortschaften. Allerdings ist Boele deutlich älter, schon im 11. oder 12. Jahrhundert muss hier eine Kirche erbaut worden sein. Für das Jahr 1180 findet sich beispielsweise eine urkundliche Erwähnung der Kirche.

Am Standplatz dieser altromanischen Dorfkirche wurde 1877 der Grundstein für die katholische St. Baptist Kirche gelegt, die 1892 geweiht wurde. Die umliegende Bebauung wurde nach 1877 unter Wahrung der mittelalterlichen Platzform weitgehend im Stil des Historismus errichtet.

Die Kirche mit dem größten Geläut der Stadt Hagen steht in Boelerheide. Es ist die Christ-König-Kirche. Das mächtige Geläut besteht aus sechs Glocken plus einer siebten Glocke im Vierungsturm. Der gesamte Kirchenbau entstand innerhalb nur eines Jahres, nämlich 1927. Der Baustil ist dem sogenannten Backsteinexpressionismus zuzurechnen, und vor allem die expressionistischen Ausmalungen im Innenraum, die noch im Original aus der Bauzeit erhalten sind, ziehen die Blicke auf sich. Der Kirchturm, der heute die Glocken beherbergt, entstand allerdings erst sehr viel später, gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

Ein architektonisches Schmankerl ist Haus Ruhreck, gelegen im Ortsteil Eckesey, der sich westlich an Boelerheide anschließt. Das Haus ist eigentlich eine Unternehmervilla, 1878 erbaut durch den Waggon-Fabrikanten Caspar Diedrich Killing. Seines Bauherrn wegen sowie wegen seiner Bauform erhielt das Gebäude zunächst den Namen Killingsburg.

Und wie aus einer mittelalterlichen Erzählung entsprungen wirkt die ehemalige Killingsburg auch: wuchtige Sandsteinquader als Baumaterial, Zinnen und zwei Türme, von denen der höhere an einen Bergfried erinnert, machen das Gebäude sehenswert. Der Bauherr trennte sich später von seiner Frau, in deren Besitz die Burg überging. Seitdem ist Haus Ruhreck der gängige Name für das Gebäude, das sich bis heute in Privatbesitz befindet.