H3: 12 Kilometer Rundweg "Hengsteysee und Teufelskanzel"


Erstellt von: Sherlock
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 54 Min.
Höhenmeter ca. ↑289m  ↓289m
Gelbes Schild = Zugangsweg zum Rundweg; Schwarzes Schild = eigentlicher Rundweg

Diesen Lassoweg beginnt man am besten südöstlich des Mühlencenters in Herdecke an der Ruhr. In 200 Metern Entfernung liegt eine Bushaltestelle, an der alle Herdecker Buslinien zusammenlaufen, und auch der Bahnhof Herdecke befindet sich in nur einem Kilometer Entfernung.

Die Zuwegung zum eigentlichen Rundweg führt auf relativ ebener Strecke an der Ruhr in Richtung Hengsteysee.

Hengsteysee

Der im Osten von Herdecke gelegene, gut 4 Kilometer lange und 300 Meter breite Hengsteysee, ist ein 1929 fertiggestellter Stausee, der ursprünglich als Flusskläranlage diente. Im Jahre 1895 erwarb der Schraubenfabrikant Wilhelm Funcke das Gelände des ehemaligen Ritterguts „Niedernhof“ der Herren von Ovelacker. Er errichtete eine Villa im neugotischen Stil, die wegen des burgähnlichen Aussehens auch „Villa Funckenburg“ genannt wurde. Um seine Schraubenfabrik in Hagen ohne Umwege erreichen zu können, ließ Funcke eine private Hängebrücke über die Ruhr bauen. Nachdem 1929 der Hengsteysee angelegt worden ist, wurden die Brücke und der nördliche Turm wieder abgetragen. Der südliche Turm steht noch- nun auf einer Insel im See. Hier siedelten sich Fledermäuse an. Im Volksmund wird er daher schlichtweg „Mäuseturm“ genannt. Die Grundmauern des alten Schlosses sind heute nur noch aus der Luft zu erkennen, denn sie befinden sich versunken im Hengsteysee etwa 150 Meter südlich des Koepchen Pumpspeicherkraftwerks.

Von Karfreitag bis Mitte Oktober fährt das Fahrgastschiff „Freiherr vom Stein“ zwischen der Anlegestelle „Am Schiffswinkel“ in Herdecke und der Lennemündung. Aber der Hengsteysee lädt auch zum Ruder- und Tretbootfahren, zum Kanu- und Segelsport ein, und am Ufer verlaufen Wander- und Fahrradwege.

Nach etwa 1,5 Kilometer erreichen wir das südliche Ende des Sees, den

Schiffswinkel.

Im Jahr 1615 wird der Schiffswinkel erstmals als Familienname (Jörgen Schulte-Schepwinkel) erwähnt. „Winkel“ bedeutete noch im Mittelalter u.a. „schmale Gasse“. Die für die kleinen Kähne schiffbare Ruhr war am heutigen Schiffswinkel sehr schmal und bildete eine enge (Schiffs-)Gasse. Der zur Hagener Seite seicht ansteigende Gleithang ließ bei flachem Wasserstand vermutlich sogar ein Durchwaten der Ruhr an dieser Stelle zu. Der Name Schepwinkel verschwand schließlich im 18. Jahrhundert. Das Haus, an der sich auch eine Fährstelle über die Ruhr befunden hat, wurde explizit 1727 genannt, als es von der Äbtissin an Hans Jürgen Thielmann verpachtet worden ist. Heute befindet sich hier die Anlegestelle des Personenschiffes Freiherr vom Stein, das auf dem 1929 angelegten Hengsteysee fährt.

Hier endet die Zuwegung des Lassowegs, und man kann sich entscheiden, ob man weiter am flachen Seeufer bis zum Koepchenwerk wandert und danach den Anstieg zum Kleff (=steiler Berg oder Klippe) hinauf oder direkt die steilen Hänge des Sonnensteins bis zur Teufelskanzel . Die Pfade zur Teufelskanzel sind zum Teil etwas unübersichtlich, so dass man hier besonders auf die Routenführung achten sollte.

Koepchenwerk

Dieses Pumpspeicherkraftwerk, benannt nach dessen Planer Arthur Koepchen, eröffnete im Jahr 1930. Bei geringem Strombedarf pumpte man das Wasser in den See auf dem Berg; bei erhöhtem Strombedarf floss es bergab durch Turbinen und erzeugte Strom. In den Jahren 1985 bis 1989 wurde direkt angrenzend ans alte Werk am Seeufer das moderne Kraftwerk gebaut. Seit 2017 ging es in den Besitz der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und wurde zum Denkmal ernannt.

Teufelskanzel

Die Teufelskanzel ist ein sagenumwobener Aussichtspunkt vom Herrentisch auf den Hengsteysee. Eine der Legenden besagt, dass einst ein sächsischer Ritter auf der Flucht vor seinen fränkischen Häschern mit einem Sprung von diesem Felsen seinen Verfolgern entkommen sei. Pferd und Reiter durchbrachen die Äste der Bäume, und am Fuße des 20 Meter tiefen Abgrunds hörte man einen dumpfen Aufprall. Doch schnell wurde den Franken klar, der Sachse musste mit dem Teufel im Bunde stehen. Denn trotz der sofortigen Nacheile fand man von ihm keine einzige Spur mehr. Die Bäume und auch der Waldboden waren unversehrt und wiesen nicht die geringste Beschädigung auf. Nur in Vollmondnächten sollen Pferd und Reiter von Zeit zu Zeit noch auf der Teufelskanzel erscheinen. Der Felsen wurde einst als natürlicher Steinpfeiler beim Abbau des Ruhrsandsteins genutzt.

Beide Routen treffen an der Wittbräucker Straße wieder zusammen, um in einer knapp zwei Kilometer langen Schleife durch das Wohngebiet am Unteren Ahlenberg zu führen.

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