Ruhrtalwanderung Hohensyburg, Hengsteysee und Harkortsee


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 21 Min.
Höhenmeter ca. ↑375m  ↓452m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Strecke verläuft ganz im Fluss, besser am Fluss. Die Ader des Ruhrgebiets, die Ruhr, wurde immer wieder aufgestaut, um ihre Kraft zu nutzen. Wir wandern am langgestreckten Hengsteysee entlang, umrunden den Süden von Herdecke, treffen auf das Ruhr-Viadukt, kommen zum Harkortsee und genießen den Charme von Wetter.

Wir setzen auf gutes „Wetter“, wenn wir uns aufmachen, mit Start beim Casino Hohensyburg. Der Dortmunder Stadtteil Syburg ist nördlich unseres Parkplatzes. Um Glück bitten, kann man bei St. Peter zu Syburg. Sie ist der älteste Sakralbau auf Dortmunder Stadtgebiet und wird auf die Mitte des 12. Jahrhunderts datiert.

Ebenfalls alt ist die Burg Hohensyburg auf dem 245m hohen Syberg, oberhalb des Zusammenflusses von Lenne und Ruhr in den Hengsteysee. Um 700 entstand die Burg, von der sich Mauern erhalten haben.

Weitere Sehenswürdigkeit oberhalb des Hengsteysees ist der neugotische Vincketurm. Er wurde 1857 aus Ruhrsandstein achteckig gemauert, im Andenken an den westfälischen Oberpräsidenten Ludwig von Vincke (1774-1844).

Über eine Wendeltreppe kommt man zur Aussicht und die fällt auf den Hengsteysee und auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das 1902 eingeweiht wurde, mit dem Kaiser zu Pferd und Standbildern von Bismarck und Moltke. Nachts wird das Denkmal angeleuchtet. Wir haben von hier oben einige schöne Ruhrtalblicke.

Durch Wald wandern wir abwärts zum Panorama über die Ruhr und Hagen Nord, queren die L704, die sich hier ins Oval legt und die Ruhr überspannt. Wir machen einen aussichtsreichen Abstecher ins Naturschutzgebiet Ruhrsteilhänge Hohensyburg auf den Höhenweg, wandern die 500m auf gleichem Weg zurück und gehen am Ufer des Hengsteysees entlang, für knapp 3,5km.

Der 136ha große Hengsteysee wurde 1929 als Flusskläranlage aufgestaut, um die stark verunreinigte Ruhr zu säubern. Zum anderen dient der See als Auffangbecken für den Flussschotter, den die Lenne mitbringt. Zudem produziert ein Laufwasserkraftwerk am Westende des Sees Strom. Rundherum dient der See der Freizeit. Das Fahrgastschiff Freiherr vom Stein bringt einen aufs Wasser, in dem man nicht baden sollte, da die Qualität dafür zu schlecht ist. Auf der anderen Ruhrseite ist der Ortsteil Hengstey.

Wir wandern im Süden von Herdecke entlang dem Ufer. Eliche Rastmöglichkeiten auf Grünstreifen laden zum Pausieren. Wir sehen das Laufwasserkraftwerk Stiftsmühle gegenüber dem Schwimmbad Bleichstein, lassen die B54 hinter uns und Sportflächen, Hotels, Ruder- und Kanu-Club, sehen wie der Herdecker Bach in die Ruhr fließt. Wir wandern durch die Grünanlage „Auf dem kleinen Bleichstein“ und kommen zum Ruhr-Viadukt, das den Beginn des Harkortsees markiert.

Der Ruhr-Viadukt schwingt sich in 12 Bögen über 313m Länge, in fast 30m Höhe über die Ruhr. Die Steinbogenbrücke war 1858 fertig. Sie trägt die Volmetal-Bahn zwischen Hagen und Herdecke.

Der Harkortsee zwischen Hagen, Herdecke und Wetter, wurde auch als Flusskläranlage der Ruhr angestaut. 1931 war man damit fertigt. Er misst 3,2km bei einer Breite von 335m. Auch hier suche man die Wassernähe lediglich vom Ufer oder einem Boot aus.

Zwischen See und Baumwiese wandern wir zum Cuno-Kraftwerk am Harkortsee. Das Cuno-Kraftwerk trägt einen weithin sichtbarem schlanken 240m Schornstein, den Cuno-Turm. Der Denkmalschutz der Kesselhäuser des alten Kraftwerks wurde 2006 aufgehoben, der Abriss kam und neue Bauten.

Wir wandern nach Wetter und haben dort auch ein abwechslungsreiches Programm: Burg Wetter (13. Jahrhundert) im Bereich der historischen Freiheit Wetter, als Ruine erhalten und an der Route der Industriekultur gelegen. 

Wir sind in Alt-Wetter mit seinen zahlreichen Baudenkmälern, etliche Fachwerkhäuser ab dem 17. Jahrhundert. Die evangelische Kirche aus Ruhrsandstein stammt von 1894. Das Harkorthaus in der Burgstraße 17 erinnert an den „Vater des Ruhrgebiets“. Der Harkort-Spross Friedrich (1793-1880) gründete mit Heinrich Kamp und Edward Thomas die Mechanische Werkstätten Harkort & Co und damit eine der ersten Maschinebaufirmen im Ruhrgebiet.

Am Bollwerk und Kaiserstraße führen am Rathaus vorbei, wir biegen in den Tiefer Weg zum Naturbad Harkortsee, wandern entlang der Gustav-Vorseher-Straße, kommen am Amtsgericht nebst Jugendarrest vorbei, zur Lichtburg und einem Jugendzentrum. Mit Skulpturen und Grünanalgen geht’s per Kaiserstraße zum Bahnhof Wetter. Von dort bieten sich Rück- oder Weiterfahrten.

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