Rothaarsteig Etappe 5 Rhein-Weser-Turm - Lützel


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 18 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 23 Min.
Höhenmeter ca. ↑400m  ↓467m
Rothaarsteig Sauerland Siegerland Fernwanderweg

Der 24m hohe Rhein-Weser-Turm auf den östlichen Rothaarvorhöhen ist Startpunkt für die fünfte Etappe auf dem Rothaarsteig. Von der Aussichtsplattform genießt man einen – leider verglasten – Panoramablick über Sauerland und Siegerland: Nach Norden erheben sich die Saalhauser Berge, nach Osten sieht man bis zur Sackpfeife (674m) bei Biedenkopf, im Süden erkennt man den Kindelsberg (618m) bei Kreuztal und nach Westen erheben sich die Bilsteiner Berge rund um die Hohe Bracht (588m) im Ebbegebirge.

Hat man den Blick genossen, kann man guten Mutes auf dem Rothaarsteig durchstarten. In einem großzügigen Bogen vorbei am Panoramapark Wildpark Sauerland steuert der Rothaarsteig zielsicher die Gemarkung von Heinsberg an. Hier kann ein limnologischer Lehrpfad begangen werden. Limno-was? Limnologie ist die Wissenschaft von Binnengewässern als Ökosystemen. Und der Lehrpfad am Rothaarsteig informiert über spannende Fakten rund um Grundwasser, Weiher und Bäche.

Wenig später erreicht man das Naturschutzgebiet Haberg auf der Heinsberger Hochheide. Hier steht nicht nur eine Rastmöglichkeit zur Verfügung, sondern man kann sich auch am reichen Wacholderbestand erfreuen.

Am Rothaarsteig-Zubringer in Richtung Heinsberg liegt das Heinsberger Aquädukt. Mit diesem Bauwerk wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts der kleine Krenkelbach über die ehemalige Eisenbahntrasse der Linie von Altenhundem nach Erndtebrück geleitet. Am Ende des Aquäduktes steht ein maßstabsgerechtes, in Kupfer getriebenes Geländemodell, bei welchem jeder selbst die Funktionsweise eines Aquädukts erleben kann – Rothaarsteig goes Physikunterricht!

Am Dreiherrenstein trafen früher die Landesgrenzen von Nassau, Westfalen und Kurköln zusammen. Hier erreicht der Rothaarsteig das Siegerland. Der Dreiherrenstein liegt auf einem Nebengipfel des Riemen (678m), dem höchsten Gipfel im historischen Siegerland. Über die Oberndorfer Höhe geht es hinein in den Hilchenbacher Winkel. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Quelle der Ferndorf, einem 24km langen Zufluss der Sieg, die in Weidenau mündet.

Südwärts führt der Rothaarsteig direkt auf die Ginsburg zu. 1568 sammelte der in Dillenburg geborene Wilhelm von Oranien (Het Wilhelmus) hier auf der Ginsberger Heide seine Truppen für den Freiheitskampf, den er gegen die Spanier führte. Der Feldzug war erfolgreich und Wilhelm siegte bei Heiligerlee in Friesland. Dennoch gingen die Kampfhandlungen weiter – an der Ginsburg wurden quasi die Vorbereitungen für den Achtzigjährigen Krieg getroffen, an dessen Ende die Unabhängigkeit der Niederlande stand.

Von der Ginsburg ist freilich nicht mehr allzu viel zu sehen. Lediglich den Sockel des Bergfrieds baute man bis auf 16m Höhe wieder auf. Er ist heute als Aussichtsturm ein beliebtes Zwischenziel für Rothaarsteig-Wanderer.

Das letzte Wegstück auf dieser Rothaarsteig-Etappe führt dann in östliche Richtung zum Giller (653m). Hier findet seit 1907 das größte Bergsportfest Deutschlands statt, wurde 1912 die erste Skischanze des Siegerlands erbaut und seit 1991 steigt hier zu Pfingsten eines der größten Zeltfestivals Europas: KulturPur.

Wenn man nicht gerade zu Pfingsten auf dem Rothaarsteig unterwegs ist, kann man sich zumindest auf einen Aufstieg auf den Gillerturm freuen. Das ist einer dieser schönen klassischen Aussichtstürme aus Stahl, 18m hoch und über eine enge Wendeltreppe zu besteigen. Vom Gillerturm hier hat man einen schönen Blick zur Ginsburg, der Breitenbachtalsperre und dem Kindelsberg. Wendet man sich nach Osten in Richtung Wittgensteiner Land, erkennt man Erndtebrück, und im Südosten sieht man die leicht gewellte, bewaldete Ederhochfläche. Zielort der Etappe ist schließlich der Hilchenbacher Ortsteil Lützel.

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