Heinsberg (Kirchhundem)

1345 wird das Örtchen Heinsberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Wie die meisten anderen Orte in den Rothaarvorhöhen liegt auch Heinsberg in einem Talkessel, durch den der Heinsberger Bach nach Norden in Richtung Albaumer Bach und Hundem fließt. Heinsberg wird von mehreren Gipfeln umrahmt: dem Strauchelberg (626m) im Westen, der Ganshöhe (534m) im Süden und dem Vogelsberg (646m) im Osten.

Zwei besondere und auch denkmalgeschützte Sehenswürdigkeiten in Heinsberg hängen mit der ehemaligen Bahnline von Erndtebrück nach Altenhundem zusammen. Zum einen ist da das Heinsberger Aquädukt zu nennen. Die Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene Bahnlinie musste den Krenkelsbach an seinem Oberlauf kreuzen, der von Süden her Richtung Heinsberg fließt. Nach reiflicher Überlegung, wie das am sinnvollsten zu bewerkstelligen sei, entschied man sich für ein Aquädukt, dem einzigen in Westfalen. Auch baugeschichtlich ist das Heinsberger Aquädukt interessant, da es sich um eine für die Zeit kurz nach der Jahrhundertwende hochmoderne Konstruktion aus Eisenbeton handelt.

Nur rund 100m entfernt in östlicher Richtung befindet sich die zweite Sehenswürdigkeit, das westliche Portal des Heinsberger Tunnels. Hier unterquerte die besagte Bahnlinie den Bergrücken Faules Buchholz (626m). 1.300m lang ist der Tunnel, der im Jahr 1912 fertig gestellt worden war. Das sehenswerte Tunnelportal ist aus Natursteinen gemauert. Während des Zweiten Weltkrieges sollte der Tunnel offenbar zur Produktion von Rüstungsteilen genutzt werden. Es gab sogar Gerüchte, denen zufolge hier die berüchtigte V2 gebaut worden sein soll. Heute ist hiervon allerdings nichts mehr zu sehen. Nachdem die Bahnlinie stillgelegt wurde, dient er heute vor allem Fledermäusen als Unterschlupf.

Wer schon einmal hier ist, um Aquädukt und Tunnelportal zu besichtigen, kann auch gleich noch ein wenig unberührte Natur genießen. Hier im Südosten von Heinsberg liegen nämlich auch die Naturschutzgebiete Haberg und Krenkeltal, die zum Bachsystem des nahen Schwarzbachs gehören. Das Gebiet Haberg oben auf dem Rothaarkamm zeichnet sich durch seinen reichen Wacholderbestand auf dem heideartigen Gelände aus. Das Krenkeltal hingegen ist durch den naturbelassenen Krenkelbach ein eher feuchtes, aber artenreiches Biotop.

Im Schwarzbachtal selbst wurde ein limnologischer Lehrpfad eingerichtet. Die Limnologie ist ein Wissenschaftszweig der sich mit der Erforschung der Ökosysteme in Binnengewässern beschäftigt. Und so kann man an den Stationen des Lehrpfades viel Wissenswertes über das Leben im Wasser und drumherum lernen.

Nicht nur außerhalb des Ortes gibt es lohnenswerte Ziele für einen Ausflug. In der Heinsberger Ortsmitte lädt die katholische St. Katharina Kirche zu einem Besuch ein. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Auffällig ist, dass der Turm im Vergleich zum Kirchenschiff recht klein wirkt. Das lässt sich wohl darauf zurückführen, dass er von einem Vorgängerbau übernommen wurde. Er ist rund hundert Jahre älter und der Barockzeit zuzurechnen, während das Kirchenschiff den gotischen Stil zitiert. Auffällig ist im Inneren der eingeschossige Hauptaltar mit seinem marmorierten Rokoko-Blau, ebenso wie der prachtvolle Orgelprospekt.