Siegen-Weidenau

Weidenau ist ein Stadtteil im Nordosten Siegens, der direkt über die B 54, die Hüttentalstraße, erreichbar ist. Weidenau als Industriegemeinde war aus den sieben Hüttensiedlungen Haardt, Fickenhütten, Schneppenkauten, Münkershütten, Müßnershütten, Meinhardt und Weidenau zusammengewachsen.

Die Eisenindustrie spielte hier eine große Rolle, mehrere Gießereien, Puddel- und Walzwerke hatten in Weidenau ihren Sitz, und auch heute noch ist im Tal die Stahlindustrie ansässig. Von 1966-75 trug man dieser Tatsache Rechnung und bildete die eigene Stadt Hüttental, die dann aber durch das Sauerland-Paderborn-Gesetz in die Stadt Siegen eingemeindet wurde.

Seine heutige Bedeutung gewinnt der Stadtteil aber vor allem durch die Universität. 1972 wurde aus Siegen eine Universitätsstadt. Damals entstand die Gesamthochschule aus einem Zusammenschluss der bereits vorhandenen pädagogischen Hochschule und der Ingenieurschule. Die Gebäude der Hochschule befinden sich zum größten Teil in Weidenau auf dem Haardter Berg (391m), liebevoll Bildungshügel genannt. Dort sind beispielsweise die großen Hörsäle, die Hauptbibliothek und die Zentralmensa untergebracht.

Etwa einen Kilometer vom Hauptcampus entfernt befindet sich das alte Brauhaus Weidenau. Es gehört ebenfalls zur Universität und beherbergt Werkstätten und Ateliers für praktische Arbeiten in der Malerei und der Fotografie. Abgesehen davon ist der rot-gelbe Backsteinbau interessant anzusehen und es finden regelmäßig Ausstellungen statt.

Am Südhang des Haardter Bergs befindet sich die evangelische Haardter Kirche, die hier 1883 erbaut wurde. Sehenswert ist die detailreiche Holzausstattung der Kirche. Außerdem verfügt sie über eine hervorragende Akustik. Darum ist sie heute nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als Veranstaltungsort für Konzerte sehr gefragt.

Folgt man von der Kirche aus dem Setzer Weg etwas bergauf, erreicht man bald den Haardter Friedhof, der sich hier in steiler Hanglage befindet. Das Interessante an ihm ist das Eingangstor. Zwei ehemalige Tragsäulen eines Hochofens, der im Jahr 1867 in der Rolandshütte in Betrieb war, wurden in diesem Tor verbaut.

Im Tal, ganz in der Nähe des Weidenauer Hallenbades und etwas versteckt hinter dem Einkaufszentrum, fließt die von Kreuztal her kommende Ferndorf nach 24km in die Sieg. Über dem Zusammenfluss von Sieg und Ferndorf wölbt sich die Hüttentalstraße (HTS), die Siegener Stadtautobahn. Der Betonbau ist auf den ersten Blick nicht sehr attraktiv, auf den zweiten Blick aber dafür sehr praktisch: darunter verläuft entlang von Sieg bzw. Ferndorf ein Fuß- und Radweg, der Siegen und Kreuztal miteinander verbindet und dank der Überdachung durch die HTS vor dem häufigen Siegerländer Regen schützt.

Von hier aus ist das Weidenauer Wildgehege nur einen Katzensprung entfernt. Die Fürsten von Nassau-Oranien-Siegen hatten hier einen Sommerwohnsitz. Ein großes Wildgehege gehörte mit dazu, das sich auf dem Osthang des Heckenbergs erstreckte. Auch heute noch kann man bei einem Spaziergang mit etwas Glück das Wild innerhalb der Umzäunung beobachten.

Einer der ältesten Aussichtstürme des Siegerlandes befindet sich auf dem Rabenhain (465m), einer Erhebung zwischen dem Siegener Stadtteil Kaan-Marienborn und Netphen. Von dort aus hat man eine weite Sicht vor allem in südöstlicher Richtung über Volnsberg, den Ort Breitenbach und in das Tal des Breitenbachs.

Das Eisengerüst des elf Meter hohen Aussichtsturms auf dem Rabenhain wurde schon 1896 eingeweiht, der Turm ist damit einer der ältesten im Siegerland. Dank der Pflege durch den Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) ist der Turm auch heute noch ein beliebtes Ausflugsziel.