Greifenstein-Schleife


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 36 km
Gehzeit o. Pause: 8 Std. 56 Min.
Höhenmeter ca. ↑892m  ↓684m
Die Greifenstein-Schleife ist die zweite Wäller Tour im Westerwald

Die im Frühjahr 2010 eröffnete Greifenstein-Schleife ist eine so genannte Wäller Tour, eine Wanderroute, die im direkten Zusammenhang mit dem Premiumweg Westerwaldsteig steht. So bietet denn auch die Greifenstein-Schleife eine alternative Wegführung zu den ersten beiden Westerwaldsteig-Etappen, die normalerweise von Herborn über das Erdbachtal nach Rehe führen. Die Greifenstein-Schleife wählt dagegen eine südlichere Trasse und passiert Burg Greifenstein, die Ulmtalsperre, den Nenderother Wasserfall und den Knoten (605m), bevor sie hinter der Krombachtalsperre wieder auf den Westerwaldsteig trifft.

Startpunkt der Greifenstein-Schleife ist die Kulturscheune Herborn in der Austraße. Von hier geht es am kleinen Rehbachstauweiher vorbei in Richtung Merkenbach, das südlich am Wasserturm passiert wird. Kurz hinter dem Wolfsberg (416m) überquert die Greifenstein-Schleife den Fleisbach und strebt über den Hinstein (515m) Burg Greifenstein an.

Burg Greifenstein ist das Zentrum des Greifensteiner Lands. Die markanten Doppeltürme des Bergfrieds sind weithin sichtbar. Im Inneren der mächtigen Wehranlage steht die Schlosskirche, eine der wenigen Doppelkirchen in Deutschland, in der zwei Kirchen übereinander gebaut wurden, um dadurch einfaches Volk und Adel zu trennen.

Die Greifenstein-Schleife steuert von der Burg hinab ins Ulmbachtal und erreicht schon bald die Ulmtalsperre, ein beliebtes Naherholungsgebiet umgeben von schönem Laubwald. Hier lohnt sich eine kurze Verschnaufpause, bevor es weitergeht zum Christköpfchen (405m) und hinab nach Rodenroth, wo die Kreisstraße nach Holzhausen überquert wird.

Über den Rosenberg (499m) führt dier Gfreifenstein-Schleife jetzt nach Nenderoth, das Nizza des Westerwalds. Diesen Beinamen gab man dem Dorf, weil es trotz Zugehörigkeit zur rauen Westerwaldregion aufgrund seiner geschützten Südhanglage über eine sehr reiche Flora und Fauna verfügt.

Oberhalb von Nenderoth kommt man an den Leyenbach, der hier malerisch über einige Felsen plätschert und gemeinhin Nenderother Wasserfall genannt wird. Im Winter verwandelt sich der Nenderother Wasserfall bei längeren Frostperioden in eine natürliche Eisskulptur – sehenswert!

Jetzt nimmt die Greifenstein-Schleife den Anstieg zum Knoten (605m) in Angriff. Vom Knoten hat man eine gute Aussicht auf die ins Lahntal abfallenden Täler des Ulmbachs, Kallenbachs und Faulbachs sowie den Lasterbach, der bei Dorchheim im Hohen Westerwald in den Elbbach fließt. Der Blick reicht aber weiter bis hinein in den Taunus mit dem Großen Feldberg (881m) als weithin sichtbare Landmarke.

Hier oben am Knoten haben die Westerwälder einem besonderen Mann ein Denkmal gesetzt: Adolf Weiß, einem einfachen Bauern aus Mademühlen. Der Grund? Adolf Weiß ersann den Westerwaldgruß, der noch heute vielerorts – speziell bei Volksfesten und in Gastwirtschaften – lauthals einander zugerufen wird: Hui! Wäller? Allemol!

Über die Landesgrenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen wechseln wir vom Hessischen Westerwald in den Hohen Westerwald und kurze Zeit später wird die 95ha große Krombachtalsperre erreicht. Der südliche Teil liegt noch in Hessen und gehört zu Driedorf, während der nördliche Teil bereits zu Rennerod zählt.

Noch einige letzte Meter und Rehe mit dem malerischen Rathaus ist erreicht. Hier besteht die Möglichkeit – wenn man nach 32km noch nicht genug hat – über die klassische Wegstrecke des Westerwaldsteigs retour über die Etappe 2 und Etappe 1 wieder nach Herborn zu marschieren und so aus der Greifenstein-Schleife eine Rundtour zu machen und das Kilometerkonto zu verdoppeln.

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