Hessenweg 10 (Biedenkopf – Geisa)


Erstellt von: WVH
Streckenlänge: 159 km
Gehzeit o. Pause: 1 Tag 12 Stunden 36 Min.
Höchster Punkt: 526 m
Tiefster Punkt: 180 m
Hessenweg 10 Biedenkopf Geisa

Der zehnte Hessenweg führt den Wanderer vom hessischen Hinterland bei Biedenkopf über Marburg mit der bekannten Elisabethkirche und Amöneburg ins Knüllgebirge, um schließlich die Rhön anzusteuern. Das Ziel des Hessenwegs 10 ist Rasdorf im Hessischen Kegelspiel, einer Anordnung kegelförmiger Vulkanberge in der Kuppenrhön.

Wir starten die Wanderung auf dem Hessenweg 10 am Bahnhof in Biedenkopf, dem Zentrum des hessischen Hinterlands, das überregional wegen seiner schmucken Trachten bekannt ist. Wer sich dafür interessiert, macht zu Beginn der Wanderung erst einmal einen Abstecher zum Schloss Biedenkopf mit dem Hinterlandmuseum, wo viele hinterländische Trachten zu bewundern sind.

Weiter geht es über Buchenau mit der frühmittelalterlichen Martinskirche auf die Damshäuser Kuppen, einen Gebirgszug, der das Gladenbacher Bergland vom Dautphetal trennt. Auf dem Rimberg (498m) wartet der Aussichtsturm Rimberg mit schönem Fernblick zum Großen Feldberg (881m) im Taunus, den Dünsberg (498m) im Gießener Becken, die Angelburg (609m) auf der Bottenhorner Hochfläche, den Jagdberg (674m) im Siegerland, der Sackpfeife (674m) bei Biedenkopf, die Ziegenhelle (816m) im Hochsauerland, den Wüstegarten (675m) im Kellerwald und den Taufstein (773m) im Vogelsberg.

Oberhalb von Marbach leitet der Hessenweg 10 nach Marburg hinein. Marburg ist die Wiege Hessens. Hier wurde die Landgrafschaft Hessen im 13. Jahrhundert begründet, aus der sich später das Bundesland Hessen entwickelte. Der Hessenweg führt direkt zur Elisabethkirche, der ersten rein gotischen Kirche Deutschlands, die über dem Grab der heiligen Elisabeth ab 1235 erbaut wurde. Neben einigen Landgrafen ruhen heute in der Elisabethkirche mit ihren beiden 80m hohen Doppeltürmen auch die Gebeine des ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

In Marburg passiert der Hessenweg 10 die Lahn und führt durch die Marburger Lahnberge ins Amöneburger Becken. Zentral im Amöneburger Becken erhebt sich der weithin sichtbare Basaltkegel Amöneburg (365m), auf dessen Kuppe die Bergstadt Amöneburg liegt. Sie prägt das Amöneburger Becken schon seit Jahrhunderten, und auch heute noch kann der Besucher Reste der alten Stadtmauer, die Ruinen des ehemals kurmainzischen Schlosses Amöneburg, den Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert und die vielen historischen Fachwerkhäuser, insbesondere rund um den restaurierten Marktplatz aus dem 18. Jahrhundert, erkunden.

Über Niederklein leitet der Hessenweg 10 nach Stadtallendorf und weiter nach Neustadt mit dem schmucken Junker-Hansen-Turm, der als größter Fachwerkrundbau der Welt gilt. Das Rathaus von Neustadt ist im ehemaligen Schloss Dörnberg untergebracht und in der katholischen Pfarrkirche St. Trinitatis ist der wohl schönste Hochaltar im Marburger Bergland zu bewundern, der Anfang des 18. Jahrhunderts von Bildhauern aus Hadamar geschaffen wurde.

Von Neustadt im Herrenwald geht es hinüber in die Schwalm. Der Hessenweg erreicht Willingshausen, wo 1824 mit der Willingshäuser Malerkolonie die älteste Künstlervereinigung Europas begründet wurde. Auf Schloss Willinghausen, einem repräsentativen Bau der Renaissance trafen sich damals Gerhardt Wilhelm von Reutern und Ludwig Emil Grimm und setzten den Impuls, der Willingshausen über mehrere Jahrzehnte zu einem Treffpunkt von Künstlern des Biedermeier und der Romantik werden ließ.

Der Hessenweg leitet weiter ostwärts und führt zu den Wippchensteinen, einem Naturdenkmal, das als archäologischer Fundplatz und überregional als historischer Versammlungsort in die hessische Geschichte eingegangen ist. Über Holzburg kommt man nach Schrecksburg an der Schwalm und wandert weiter nach Nausis am Rande des Knüllgebirges.

Man folgt dem Hessenweg 10 über Weißenborn zum Rimberg (592m). Kurz dahinter trifft man auf die Autobahn A 5 an der Raststätte Rimberg und passiert die Fernstraße wenig später, um kurz darauf auf die A 7 zu treffen und auch diese hinter sich zu lassen. Das nächste Ziel ist Niederaula, bevor es zum Anstieg auf die Mengshäuser Kuppe (473m) geht, die bereits zur Rhön zählt. Auf der Mengshäuser Kuppe lädt der Heussner-Turm zum Ausblick auf das zurückliegende Knüllgebirge.

Der Hessenweg passiert das Haunetal, leitet oberhalb der Burgruine Hauneck nach Steinbach und kommt über Malges ins Hessische Kegelspiel, einer Reihe sehr ähnlich aussehender Vulkankegel der Kuppenrhön, von denen der Hessenweg Appelsberg (532m) Stallberg (553m) und Morsberg (466m) touchiert.

Dann erreicht der Hessenweg Rasdorf an der Landesgrenze nach Thüringen. Die Stiftskirche in Rasdorf (Ursprung im 9. Jahrhundert) gilt als eine der architektonisch bedeutsamsten Dorfkirchen in Hessen. Die letzten Kilometer auf dem Hessenweg geht es schließlich zur Gedenkstätte Point Alpha. Hier unterhielt die US-Armee einen Beobachtungspunkt am westlichsten Punkt der innerdeutschen Grenze (und damit auch der Warschauer-Pakt-Staaten). Die Tour endet dann in der thüringischen Landstadt Geisa.

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