Schloss Biedenkopf

Das Wahrzeichen der Stadt Biedenkopf ist das Schloss Biedenkopf. Auf der Südseite des Schlossberges (386m) oberhalb des alten Ortskernes gelegen, dominiert die Burg das Bild der Stadt an der Lahn.

Das Schloss Biedenkopf blickt auf eine viele hundert Jahre lange Geschichte zurück. Der nördliche Turm der Burg wurde bereits im späten 12. Jahrhundert erbaut. Etwa 1231 gelangte die damalige Burg in den Besitz des Landgrafen Konrad von Thüringen, dem sie als Teil seiner westlichen Grenzsicherung diente. Der Landgraf war es auch, der nach dem Erwerb der Burg den Bau der Stadt Biedenkopf am Fuße des Schlossberges anordnete.

Die Burg, wie sie heute besichtigt werden kann, stammt aus Um- und Anbauten aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Zwischen Ende des 16. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts diente sie lediglich als Getreidespeicher und Lagerraum. 1908 wurde das Hinterlandmuseum in den Räumen des Schlosses Biedenkopf eröffnet, das heute noch besichtigt werden kann.

Das Hinterlandmuseum wurde als Regionalmuseum konzipiert und präsentiert in verschiedenen Abteilungen die Regional- und Kulturgeschichte des Hinterlandes. Die Ausstellung beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Verkehrs-, Landwirtschafts-, Indstrie- und Handwerksgeschichte sowie mit der Wohn-, Alltags- und Trachtenkultur des Hinterlandes.

Das Museum erwarb vor allem durch seine umfangreiche Trachtensammlung eine große überregionale Bedeutung. Unter anderem ist auch die traditionelle Hinterländer Tracht zu sehen, sie zählt zu den ältesten Trachten Deutschlands. Die Trachtensammlung ist im Dachgeschoss des Museums zu finden.

Viele Ausstellungsstücke des Hinterlandmuseums beschäftigen sich mit dem traditionellen Grenzgang. Aus dem Abschreiten und Festlegen von Gemarkungsgrenzen, wie es im Mittelalter notwendig war und seit 1693 praktiziert wurde, entwickelte sich das Grenzgangfest, das seit 1839 alle sieben Jahre an drei Sommertagen wiederholt wird. Zu dem Volksfest kommen inzwischen einige tausend Besucher, die gemeinsam den Rand des Biedenkopfer Stadtwaldes abschreiten. Der Zug wird von traditionellen Gestalten angeführt und führt schließlich auf einen Festplatz, wo getanzt und gefeiert wird.