Talsperrenweg Etappe 3 Wasserfuhr - Aggertalsperre


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 25 km
Gehzeit o. Pause: 6 Std. 16 Min.
Höhenmeter ca. ↑636m  ↓652m
Der Talsperrenweg führt über die Brucher zur Aggertalsperre

Wasserfuhr ist ein Ortsteil von Wipperfürth und liegt im Tal der Hönnige, einem 9km langen Zufluss der Wupper. Hier beginnt der Talsperrenweg seine dritte Etappe und steuert zunächst eine Talsperre an, die man kaum sieht, so gut ist sie eingezäunt und hinter dichtem Wald verborgen. Die 150ha große Kerspetalsperre soll aber auch nicht der Erholung am See dienen, sondern der Versorgung von Wuppertal, Wipperfürth und Remscheid mit Trinkwasser. Was man aber auf jeden Fall sieht ist der von Otto Intze geplante Sperrdamm, an dem entlang der Talsperrenweg führt.

Die Kerspetalsperre gehörte einst zum Königreich Buchholz. Damit ist kein royales Staatsgebiet gemeint. Vielmehr nannte man die Gegend landläufig so, weil zwischen Rönsahl und Ohl seit dem Dreißigjährigen Krieg zahlreiche Mühlen Schwarzpulver herstellten. Das war ein gutes Geschäft, in das sich 1830 Carl Friedrich Buchholz einheiratete: Etwa die Hälfte aller Pulvermühlen in Westdeutschland lagen damals rund um Rönsahl.

Das so schon über Jahrhunderte reiche Rönsahl, das der Talsperrenweg als nächstes erreicht, hatte natürlich auch eine eigene Brennerei. 1870 wurde dafür ein großzügiges Fabrikgebäude gebaut, das später die Brennerei Krugmann aus Meinerzhagen übernahm. Heute dient die denkmalgeschützte Brennerei nicht nur als historisches Museum und Veranstaltungsort, sondern wird auch wieder produktiv zur Herstellung von Alkohol genutzt. Hier wird Rönsahler Bier gebraut – lecker und süffig mit einem Sudwerk aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Talsperrenweg führt durch Rönsahl hindurch und passiert dabei die evangelische Servatiuskirche. Das spätromanische Gebäude mit dem massiven Wehrturm war zu früheren Zeiten sogar eine Wallfahrtskirche. Sehenswerte Details der Innenausstattung der Servatiuskirche in Rönsahl sind vor allem die senkrecht angeordneten Prinzipalstücke Altar, Kanzel und Orgel. Die Orgel ist eine der wertvollsten der Gegend und geht im Kern auf das Jahr 1786 zurück. Sehenswert ist auch das benachbarte alte Amtshaus, das 1805 entstand. Das prachtvolle Krüppelwalmtraufenhaus ist zweigeschossig und fünfachsig angelegt. Es ist ein sehr schönes Beispiel für die Verbindung preußischer und bergischer Architekturmerkmale.

An der Rückseite der alten Ölmühle Rönsahl vorbei führt der Talsperrenweg zur Lingesetalsperre. Die Talsperre wurde bereits 1897-99 erbaut und durch die Lingese – einen 7km langen Zufluss der Wupper – gespeist. Der 39ha große See ist heute ein beschauliches Freizeitgebiet mit Campingplätzen und Bademöglichkeiten. Aber auch die Tierwelt fühlt sich wohl: Neben Wildenten sind hier häufig Wasserhühner, Haubentaucher und Graureiher, aber auch den Eisvogel zu beobachten.

Am Rand von Marienheide entlang leitet der Talsperrenweg weiter zur Brucher Talsperre, 1912-13 nach dem Intze-Prinzip errichtet. Die 47ha große Brucher Talsperre ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Möglichkeit zum Bootfahren, Schwimmen und natürlich auch Wandern. Zahlreiche Campingplätze und Gaststätte liegen um den See und vermitteln Urlaubsstimmung.

Von der Brucher Talsperre geht es durch Dannenberg in Richtung Genkeltalsperre, einer 64ha großen Trinkwassertalsperre, die der Talsperrenweg allerdings nicht erreicht. Vorher biegt der Talsperrenweg nach Süden ab und nimmt den Anstieg zum Unnenberg (506m). Das ist auch gut so, verspricht doch der 2001 neu gebaute Unnenbergturm einen fantastischen Blick in die Ferne.

Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis ins Siebengebirge, die Eifel und in den Westerwald. Im Westen erkennt man den Kölner Dom und den Kölner Fernsehturm, im Osten die Hunau (818m) bei Schmallenberg im Hochsauerland. Auch der Rhein-Weser-Turm auf dem Kamm des Rothaargebirges und große Teile des Bergischen Lands von Langenberg im Norden bis Windeck können eingesehen werden.

Was man vom Unnenbergturm selbst bei schlechtem Wetter sieht, ist das Etappenziel, die Aggertalsperre. Der Talsperrenweg erreicht die 1927-29 errichtete Talsperre direkt nach dem Abstieg vom Unnenberg. Rund um den 120ha großen See, der markant in drei Arme aufgeteilt ist, kann man wandern, rasten oder vom Bootshafen einen Ausflug aufs Wasser unternehmen. Besonders spannend ist die Aggertalsperre aber für Taucher. Denn unter Wasser sieht man nicht nur Details der Staumauer, sondern auch noch ein erhaltenes Viadukt, durch das man hindurch tauchen kann.

Talsperrenweg Etappen


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