Ohl

Ganz im Osten des Stadtgebiets von Wipperfürth liegt Ohl. Bei Ohl mündet die 13km lange Kerspe in die Wupper, bzw. genauer: Sie mündet in die Wipper und erst ab dieser Mündung trägt die Wipper dann offiziell den Namen Wupper. Ohl ist quasi der Geburtsort der Wupper. Südlich von Ohl erhebt sich der Wahlberg (406m), der höchste Berg in der Gemarkung der Hansestadt Wipperfürth.

Ohl und das benachbarte Rönsahl im Stadtgebiet von Kierspe waren einst als das Königreich Buchholz bekannt. Hier residierten die Pulverfabrikanten Buchholz, die Schwarzpulver im großen Stile produzierten und dazu zahlreiche Pulvermühlen an der Kerspe und der Wipper unterhielten. Das Diana-Jagdpulver war der Verkaufsschlager der Pulverfabrikanten. Über 200 Jahre wurde wahrscheinlich so gut wie jedes Wildbret in Deutschland durch Kugeln niedergestreckt, die vom Diana-Jagdpulver befeuert wurden. Aber auch weniger tödlich ging es zu. Die Pulverfabrikanten erfanden auch die Knallplättchen, an denen sich Generationen von Jungen beim Cowboy-und-Indianerspiel erfreuten.

Von der Geschichte des Königsreichs Buchholz berichtet heute das Pulvermuseum in Ohl. Es wurde in der ehemaligen Fabrikantenvilla – der Villa Ohl – eingerichtet. Das Pulvermuseum in der Villa Ohl zeigt die Geschichte der Schwarzpulverindustrie im Tal der Wupper und ihrer Seitenbäche, Aufstieg und Fall der Fabrikantenfamilien Cramer und Buchholz, den Handel und den Transport mit dem auf bergisches Gold genannten Schwarzpulver und das Leben einer wohlhabenden Industriellenfamilie.