Rheinsteig Etappe 14 Vallendar - Sayn


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 22 Min.
Höhenmeter ca. ↑434m  ↓439m
Rheinsteig Fernwanderweg Rhein

Waldgaststube FlürchenWaldgaststube Flürchen

Die 14. Tagestour auf dem Rheinsteig verläuft entlang der Westflanke des Kannenbäckerlands, einer Kulturlandschaft, die vom Rhein aus östlich bis nach Wirges zieht und den Lahn-Westerwald mit der Montabaurer Höhe vom Rhein-Westerwald trennt.

Ausgangspunkt der Wanderung ist das alte Rathaus von Vallendar, wo heute das Fremdenverkehrsbüro untergebracht ist. In direkter Nachbarschaft liegen einige schöne Fachwerkhäuser wie das Haus Meffert, eine alte Weinschänke aus dem Jahr 1647.

Der Rheinsteig verlässt Vallendar durch das Meerbachtal und steigt dann steil hinauf zur Plateaukante von Weitersburg. Hier liegt der Wüstenhof, wo der Legende nach Dichterfürst Goethe auf einer seiner zahlreichen Rheinreisen das „Heideröslein“ schrieb. Die Zeilen „Sah ein Knab‘ ein Röslein stehn“ sind tatsächlich allerdings schon auf die drei Jahre früher liegende Straßburger Zeit zu datieren, was die Weitersburger aber nicht hinderte, 1924 im Wüstenhof eine Goethe-Säule zu errichten, die an den wenigen Stunden dauernden Aufenthalt Goethes erinnern sollte.

Vom Wüstenhof geht es hinab zur Schnatzenmühle und im Talgrund wieder aufwärts. An der Nordostflanke des Vierwindenbergs (183m) erreicht der Rheinsteig Bendorf. Ein Abstecher in die Kleinstadt ist empfehlenswert. Die einzigartige Doppelkirche St. Medardus im Zentrum besteht aus einem evangelischen und einem katholischen Teil, in dessen Mitte der Kirchturm aufragt, der der Stadt gehört.

Der Rheinsteig selbst lässt Bendorf „links“ liegen, passiert also die Stadt und führt über Serpentinen steil hinunter ins Großbachtal. Am Meisenhof vorbei steuert der Rheinsteig das Brexbachtal an und passiert erstmals den historischen Verlauf des Limes, dem über 550km römischen Grenzwall, der seit 2005 als UNESCO Weltkulturerbe geschützt ist und nach der Chinesischen Mauer das zweitlängste Bodendenkmal der Welt ist.

Hier zwischen Bendorf und Sayn kommt der Rheinsteig am Römerturm auf dem Pulverberg vorbei. In den Wäldern des Brexbachtals erforschte ab 1892 die von Theodor Mommsen ins Leben gerufene Reichslimes-Kommission den Verlauf der römischen Grenzanlagen. Mommsen, der als bedeutendster Altertumswissenschaftler des 19. Jahrhunderts gilt, war übrigens der erste Deutsche, der 1902 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Er erhielt die Auszeichnung für sein monumentales Werk „Römische Geschichte“.

Um die Wiederentdeckung des Limes touristisch zu vermarkten, wurde bereits 1912 auf dem Pulverberg im Brexbachtal ein römischer Grenzturm rekonstruiert. Der Römerturm entstand in schöner Lage mit guter Aussicht über das Neuwieder Becken und die angrenzenden Westerwaldhöhen. Neben dem Turm wurde auch ein Stück des Wall- und Grabensystems mit der vorgesetzten Palisade nachgebaut. Die Vorlage für den Römerturm auf dem Pulverberg lieferte die Abbildung eines Wachturmes auf der Traian-Säule in Rom.

Durchs Brexbachtal erreicht der Rheinsteig Burg Sayn und den am Fuße des Burgbergs befindlichen Schlosspark mit dem bekannten Schmetterlingsgarten und dem neugotischen Schloss Sayn. Hier befindet sich seit Juni 2000 das Rheinische Eisenkunstguss-Museum, das Kunstwerke aus Eisenguss, die in der Sayner Hütte hergestellt wurden, zeigt.

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