Schinderhannespfad Etappe 7 Seelenberg - Rod an der Weil


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 14 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑283m  ↓494m
Der Schinderhannespfad führt auf Etappe 7 ins Weiltal

In Seelenberg, einem Ortsteil der Feldberggemeinde Schmitten, startet die siebte Etappe des Schinderhannespfads durch den Hochtaunus. Ein letzter Blick auf das Feldberggebiet, und dann geht es los über den Judenkopf (620m) und den Feldkopf (596m) zum Pferdskopf (663m).

Hoch oben auf dem Pferdskopf bietet ein 1987 errichteter, 34m hoher Aussichtsturm einen wunderschönen Panoramablick auf die umliegenden Höhen des Hochtaunus und hinein ins Usinger Becken und das Weiltal. Bei klarer Sicht zeichnet sich im Hintergrund nordwärts der Westerwald und östlich der Vogelsberg ab. Dann geht es durch Treisberg, wo heute der Heimatverein in der malerischen Alten Schule von 1860 residiert.

Jetzt führt der Schinderhannespfad hinein ins Tal der Weil, die kurz zuvor am Kleinen Feldberg (826m) entsprungen ist und grob gesprochen auf ihren 47km Länge bis zur Mündung bei Weilburg in die Lahn die Westgrenze des Hochtaunus bildet.

Kaum im Weiltal angekommen, passiert der Schinderhannespfad die Wüstung Landstein. Bereits 1272 wird hier eine Kirche erwähnt, die sich ab 1515 zu einem Wallfahrtsort entwickelte. Aber schon 1535 wurde die dreischiffige Liebfrauen-Kirche aufgehoben. Dann kam der Dreißigjährige Krieg und was dann noch übrig von der Wallfahrtskirche Landstein übrigblieb, wurde als Baumaterial für die Usinger Laurentiuskirche genutzt. Heute erinnert nur noch der Westturm mit zwei seitlichen zweigeschossigen Nebenräumen als Ruine Landstein von der ehemaligen Kirche im Weiltal.

Von der Ruine Landstein geht es dann auf dem Schinderhannespfad nach Altweilnau, dem grünen Herz des Hochtaunus. Hier war einst der Stammsitz der im 13. Jahrhundert gegründeten Grafschaft Weilnau. Die Grafen residierten auf Burg Altweilnau, die 1208 erstmals erwähnt wurde. Bereits im 14. Jahrhundert waren die Grafen von Weilnau schon wieder von der Bildfläche verschwunden, ihre Burg steht aber wenigstens als Ruine bis heute. Noch gut erhalten und zu besichtigen ist der runde Bergfried mit einem Durchmesser von 26m und der über eine gusseiserne Wendeltreppe im Sommer frei zugänglichen Aussichtsplattform. Bei guter Fernsicht hat man einen schönen Panoramablick in die Feldberg-Region, hinab ins Weiltal und natürlich auf das benachbarte Schloss Neuweilnau.

Das ist denn auch die nächste Sehenswürdigkeit, die am Schinderhannespfad auf den Wanderer wartet. Neuweilnau entstand 1303 im Zuge des Baus von Burg Neuweilnau. Von dieser ursprünglichen Burg sind heute nur noch Teile der Ringmauer und ein runder Turmstumpf erhalten, denn von 1506-13 wurde die Burg zum Renaissance-Schloss Neuweilnau umgebaut. Dabei wurde der alte Baubestand nach und nach abgerissen. Der Bergfried als letztes Gebäude der alten Burg wurde 1709 abgetragen.

Schloss Neuweilnau gilt heute als eine der Perlen im Taunus. Besonders sehenswert sind das malerische Torgebäude von 1565-66 mit Zwerchhäusern und Fachwerkgalerie an der Hofseite. Bestens erhalten ist das Kellergewölbe im Schloss. Nach einer wechselvollen Geschichte und mehreren Besitzern dient das bis 1816 überwiegend als Jagdschloss genutzte Anwesen seither als Sitz der Forstverwaltung. Der romantische Schlossgarten mit Panoramablick auf das Weiltal lädt zum Flanieren ein, er ist allerdings nur zu den üblichen Bürozeiten der Forstverwaltung geöffnet.

Am Schnepfenbachweiher vorbei führt der Schinderhannespfad weiter flussabwärts über den Poland (373m) nach Rod an der Weil, dem Ziel diese Etappe.

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