Neuweilnau

Neuweilnau liegt am Oberlauf der Weil auf der linken Flussseite vis-a-vis zu Altweilnau. Neuweilnau Ort entstand im Jahr 1303 im Zuge des Baus von Burg Neuweilnau. Von dieser ursprünglichen Burg sind heute nur noch Teile der Ringmauer und ein runder Turmstumpf erhalten, denn von 1506-13 wurde die Burg zu einem Renaissance-Schloss umgebaut. Dabei wurde der alte Baubestand nach und nach abgerissen. Der Bergfried als letztes Gebäude der alten Burg wurde 1709 abgetragen.

Schloss Neuweilnau gilt heute als eine der Perlen im Taunus. Besonders sehenswert sind das malerische Torgebäude von 1565-66 mit Zwerchhäusern und Fachwerkgalerie an der Hofseite. Bestens erhalten ist das Kellergewölbe im Schloss. Nach einer wechselvollen Geschichte und mehreren Besitzern dient das bis 1816 überwiegend als Jagdschloss genutzte Anwesen seither als Sitz der Forstverwaltung.

Das Forstamt hat sich seitdem als sehr cleverer Hausherr gezeigt. Neben den Amtsstuben wird Schloss Neuweilnau auch als Hochzeitslocation und Veranstaltungsort vermarktet. So ist immer gut Geld in der Kasse, um das Schloss picobello in Schuss zu halten. Seit 2009 haben die Forstleute auch noch die Auszeichnung fledermausfreundliches Gebäude für Schloss Neuweilnau bekommen und dokumentieren so die Nähe zur Natur. Der romantische Schlossgarten mit Panoramablick auf das Weiltal lädt zum Flanieren ein, er ist allerdings nur zu den üblichen Bürozeiten der Forstverwaltung geöffnet.

Leider nicht öffentlich zugängig ist der 15.000qm große Park Dreieich. Der Park ist mit einem Turm ausgestattet, den man schon von Weitem sehen kann. Der Turm wurde als Ruine im Zuge der Rheinromantik Ende des 19. Jahrhunderts durch den Frankfurter Industriellen Paul Fevre gebaut. Unterhalb des Turms beginnt ein ca. 80m langer Tunnel, der sich in der Mitte zu einer kleinen Grotte mit Sitzgelegenheiten erweitert. Eine als Aussichtspunkt angelegte Kapelle, die nie als Kapelle genutzt wurde und ein Herrenhaus befinden sich ebenfalls im Park Dreieich.

Eine echte Kirche hat Neuweilnau natürlich auch zu bieten. Die kleine evangelische Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist im barocken Stil eher schlicht ausgestattet.