Altweilnau

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand am Oberlauf der Weil die Grafschaft Weilnau. Stammsitz der Grafen von Weilnau war Burg Altweilnau, die 1208 erstmals erwähnt wurde. Bereits im 14. Jahrhundert waren die Grafen von Weilnau schon wieder von der Bildfläche verschwunden, ihre Burg steht aber bis heute.

Im Dreißigjährigen Krieg verfiel Burg Altweilnau langsam und die umliegenden Familien nutzten die leer stehende Burg als komfortablen Steinbruch für ihre eigenen Häuser. Heute noch gut erhalten und zu besichtigen ist der runde Bergfried mit einem Durchmesser von 26m und der über eine gusseiserne Wendeltreppe im Sommer frei zugänglichen Aussichtsplattform. Bei guter Fernsicht hat man einen schönen Panoramablick in die Feldberg-Region, hinab ins Weiltal und natürlich auf das benachbarte Schloss Neuweilnau.

Im Zuge der Grafschaft Weilnau erhielt Altweilnau auch für neun Jahre die Stadtrechte. Aus dieser Zeit stammen noch die Teil der Ringmauer aus Grauwackenschiefer und ein gut erhaltener Torturm mit Walmdach aus dem Jahre 1340. Mit seiner Höhe von 26m und einer Breite von 7m ist er gepaart mit der Burgruine das markante Merkmal von Altweilnau.

Der Ort und insbesondere der Ortskern selbst ist als Geheimtipp bei Künstlern bekannt und nennt sich selbst das grüne Herz des Hochtaunus. Dieser Begriff ist auch zutreffend, zumal der Ort ein zertifizierter Erholungsort des Landes ist. Im Ortskern Altweilnaus konnten sich zahlreiche historische Bauten, die teilweise aus dem 16. Jahrhundert stammen, erhalten. Unter Ihnen befindet sich der Backes, der mit einem hundertjährigen Ofen glänzen kann und in dem jedes Wochenende auch noch kräftig gebacken wird.

Der Backes ist im alten Rathaus untergebracht, dass um 1700 entstand. Ein wenig jünger ist die 1865 errichtete evangelische Pfarrkirche, die in klassizistischer Form gebaut und mit einer Orgel aus dem Jahr 1837 ausgestattet ist.

Im schmucken Ortskern von Altweilnau wird immer am dritten Wochenende im August der Pflasterfest gefeiert. Es gilt als das älteste Straßenfest im Hochtaunuskreis und hat seinen Namen von den gepflasterten Sträßchen rund um das alte Rathaus. Mit viel Livemusik und dem auch schon traditionellen Pflasterfestlauf zieht es zahlreiche Besucher aus dem Umland an.

Etwas südlich von Altweilnau liegt die Wüstung Landstein. Bereits 1272 wird hier eine Kirche erwähnt, die sich ab 1515 zu einem Wallfahrtsort entwickelte. Aber schon 1535 wurde die dreischiffige Liebfrauen-Kirche aufgehoben. Dann kam der Dreißigjährige Krieg und was dann noch übrig von der Wallfahrtskirche Landstein übrigblieb, wurde als Baumaterial für die Usinger Laurentiuskirche genutzt. Heute erinnert nur noch der Westturm mit zwei seitlichen zweigeschossigen Nebenräumen als Ruine von der ehemaligen Kirche in Landstein.

Ebenfalls in Altweilnau zu finden ist einer der drei derzeit in Hessen bestehenden Friedwäldern. In einem Friedwald, bei dem es sich um ein spezielles abgetrenntes Waldstück handelt, kann man sich außerhalb eines Friedhofs in diesem Waldstück begraben lassen.