Schinderhannespfad Etappe 1 Wetzlar - Cleeberg


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 17 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 59 Min.
Höhenmeter ca. ↑341m  ↓250m
Der Schinderhannespfad durch den Hochtaunus startet in Wetzlar an der Lahn

Ein guter Einstiegspunkt in den Schinderhannespfad – die große Rundtour durch den hessischen Hochtaunus – ist Wetzlar, die Goethestadt an der Lahn. Die alte Reichsstadt war über hundert Jahre Sitz des höchsten Zivilgerichts des Heiligen Römischen Reichs. Der bekannteste Jurist am Reichskammergericht Wetzlar war wahrscheinlich auch ihr schlechtester: Johann Wolfgang Goethe. Er arbeitete als Praktikant in Wetzlar und schrieb hier die Leiden des jungen Werthers, das wahrscheinlich erste Stück Pop-Kultur der Welt.

Fährt man mit dem Auto an, parkt man am besten am Steighausplatz. Direkt hinter den Überresten der alten Stadtmauer beginnt die Wetzlarer Altstadt. Vor einem liegt der Schillerplatz mit der um 1300 erbauten Franziskanerkirche und direkt gegenüber das Jerusalemhaus. Hier wohnte einst Karl Wilhelm Jerusalem, ein Freund Goethes und das Vorbild für den jungen Werther. Er erschoss sich 1772 aus Liebeskummer. Das Gedenkzimmer im Jerusalemhaus zeigt neben bürgerlichem Mobiliar des 18. Jahrhunderts grafische Bildnisse, Landkarten und Druckschriften mit zeitlichem und persönlichem Bezug zu Karl Wilhelm Jerusalem.

Über den Eisenmarkt geht es zum Wetzlarer Dom, dem mächtigen Wahrzeichen von Wetzlar. Er dient seit 1561 sowohl katholischen als auch evangelischen Christen als Gotteshaus und gilt damit als einer ältesten Simultankirchen Deutschlands. Durch die Lottestraße führt der Schinderhannespfad dann zur früheren Niederlassung des Deutschen Ordens in Wetzlar. Hier warten gleich drei spannende Museen auf den interessierten Wanderer.

In der Verwalterwohnung des Deutschordenshofs wohnte einst Charlotte Buff, Vorlage der Lotte in den Leiden des jungen Werthers. Hier im Lottehaus wurde 1922 ein Museum eingerichtet, dass an die Entstehung des Romans erinnert, mit dem Goethe zu Weltruhm kam. Im Deutschordenshof selbst befinden sich heute das Viseum, das die Geschichte der optischen Industrie in Wetzlar beleuchtet, und das Stadt- und Industriemuseum Wetzlar.

Oberhalb der Stadthalle verlässt der Schinderhannespfad die Altstadt von Wetzlar und führt über die Friedensstraße hinauf zur Brühlsbacher Warte, einem Aussichtsturm, der im Volksmund als Bleistift bezeichnet wird. Die Brühlsbacher Warte wurde im 14. Jahrhundert als Wachturm erbaut sicherte wie die Garbenheimer Warte die freie Reichsstadt Wetzlar. 1391 wurde der Turm zerstört und erst 1912 als Aussichtsturm wiederhergestellt.

Weiter geht es auf dem Schinderhannespfad zum Stoppelberg (402m), dem höchsten Punkt im Stadtgebiet Wetzlar, der ebenfalls von einem Aussichtsturm gekrönt wird. Hinter der Stadtgrenze wechselt der Wanderweg ins Hüttenberger Land und erreicht Volpertshausen. Hier lernte der junge Goethe „seine Lotte“ kennen und tanzte mit ihr im Jagdhaus der Grafen von Nassau-Weilburg die Nacht hindurch – beseelt durch Liebe und Wein. Das alte Jagdhaus firmiert heute als Goethehaus Volpertshausen und beinhaltet u.a. die heimatkundliche Sammlung der Gemeinde Hüttenberg.

Weiter südlich leitet der Schinderhannespfad an den östlichen Ausläufern des Köhlerbergs (425m) vorbei nach Cleeberg ins Kleebachtal. Cleeberg wird nicht umsonst auch das Malerstädchen im Taunus genannt: Die alte Burg Cleeberg, Ringmauern, Fachwerkhäuschen und die Dorfkirche bilden ein wunderschönes Ensemble mit der Hügellandschaft des Taunus im Hintergrund.

Schinderhannespfad-Etappen


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