Volpertshausen

Volpertshausen gehört zur Gemeinde Hüttenberg und liegt am Nordrand des Hochtaunus. Der kleine Dorfkern verfügt über einige sehenswerte Fachwerkhäuser und die alte Kirche aus dem 14. Jahrhundert, an deren Nordwand man noch alte farbige Weihkreuzbemalungen sehen kann.

Bekannt ist Volpertshausen aber vor allem durch einen Meilenstein der deutschen Literaturgeschichte: Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“. Goethe war 1772 Praktikant am Reichskammergericht in Wetzlar, dem höchsten Gericht im Heiligen Römischen Reich, etwa vergleichbar mit dem heutigen Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Am 9. Juni 1772 war Goethe zu einem Ball ins 1719-21 erbaute Jagdhaus der Grafen von Nassau-Weilburg nach Volpertshausen geladen. Zu diesem Anlass wurde er gebeten, die bereits verlobte Charlotte Buff zum Ball zu geleiten.

Goethe war direkt Feuer und Flamme und tanzte die ganze Nacht im Ballsaal mit Charlotte, die ihn dann zur Figur der Lotte im Werther inspirierte. Als er den Werther 1774 veröffentlichte, wurde es sofort ein Bestseller und gilt heute als Schlüsselwerk des Sturm und Drang, der Literaturepoche, in der erstmals eine Art Jugendkultur entwickelt wurde.

Aus dem alten Jagdhaus wurde so später das Goethehaus Volpertshausen, das heute unter Denkmalschutz steht. Der ehemalige Ballsaal ist im Stil der Zeit nachempfunden worden. Daneben beherbergt das Goethehaus in Volpertshausen die heimatkundliche Sammlung von Hüttenberg. U.a. lässt sich neben Wohn- und Schlafräumen altes Handwerkszeug sowie einige für das Hüttenberger Land typische Trachten anschauen. Thematisch gliedern sich diese Geräte und bildliche Darstellungen in Handkäs- und Flachs-Herstellung, Schuster, Backen, Schule und Waschküche.