Viseum Wetzlar (Optikparcours)

Das Konzept der aktiven Teilnahme und des Selbsterlebens der Welt des Sehens ermöglicht das Viseum, das 2007 im Wetzlarer Deutschordenshof eröffnet wurde. Finanziell getragen wird das Viseum in Wetzlar von 14 Unternehmen der Optik, Feinmechanik und Sensorik aus Wetzlar und dem Umland.

Der historische Hintergrund zur Gründung des Viseums ist die traditionell in Wetzlar beheimatete optische Industrie. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist Wetzlar Sitz der Firma Leitz und bildet neben den beiden Standorten von Carl Zeiss in Jena und Oberkochen ein Zentrum der optischen und feinmechanischen Industrie in Deutschland.

Deren Industrieprodukte brachten es zu Weltruf, allen voran die Mikroskope des Optischen Instituts, Vorgänger der heutigen Leica Microsystems GmbH. Die von Ernst Leitz gegründeten Leitz-Werke beschäftigten in ihren Spitzenzeiten über 7.000 Beschäftigte in der Stadt. Noch vor dem Ersten Weltkrieg entwickelte Oskar Barnack in Wetzlar die erste Kleinbildkamera, die LEItzsche CAmera: Leica, Musik in den Ohren passionierter Fotografen auf der ganzen Welt.

Das Viseum steht unter dem Motto „Sehen verstehen“ und bringt dem Besucher die Konzepte der Optik näher. Ein Lichtstrahl leitet dabei die Besucher durch den Beginn der Ausstellung, die mit zahlreichen erlebbaren Experimenten gespickt ist. Thematisch wird man durch die optischen Grundlagen bis hin zur heutigen Optik und Feinmechanik geleitet und bekommt dabei erstaunliche Ein- und Ausblicke in das menschliche Sehen und weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt Wetzlar. Das Viseum ist mit Exponaten der modernsten Technik ausgestattet, die auch Technikfreunde begeistern wird.

Dasselbe Prinzip legt der Optikparcours Wetzlar zu Grunde. Der Optikparcours ist ein wissenschaftlicher Lehrpfad, der ab der Bahnhofstraße quer durch den Kernstadtbereich über zwanzig verschiedene Stationen verbindet und schließlich am Viseum endet. Der Optikparcours wartet mit verschiedensten erlebbaren Experimenten auf, die im Sinne einer Schnitzeljagd von der „objektiven“ physikalischen zur „subjektiven“ physiologischen Optik reichen. Sie informieren und verblüffen gleichzeitig über die Gesetze der Optik und Feinmechanik.

Zu den Stationen des Optikparcours in Wetzlar zählen u.a. der Prismenbrunnen in der Bahnhofstraße, das Augenbewegungsmodell am Buderusplatz, die Wasser- und Lichtorgel an der alten Lahnbrücke und das Binoptometer auf dem Domplatz.