Kleiner Feldberg

Der Kleine Feldberg (826m) ist der kleine Bruder des Großen Feldbergs (881m) und zugleich der zweithöchste Gipfel im Taunus. Er liegt südwestlich des Großen Feldbergs und bildet mit diesem und dem Altkönig (798m) den Feldberg-Taunuskamm. Geografisch fällt der Kleine Feldberg knapp in das Gebiet der Gemeinde Glashütten.

Am Fuße des Feldbergs entspringen mit Weil und Emsbach zwei größere Lahnzuflüsse. Die Weil fließt durch das Weiltal auf 47km der Lahn zu, die sie bei Weilburg erreicht. Zahlreiche Taunus-Orte tragen den Namen Weil im Namen: Dorfweil, Altweilnau, Neuweilnau, Rod an der Weil, Weilmünster und schließlich Weilburg. Der Emsbach schlängelt sich durch Oberems, Wüstems, Niederems und Esch in der Idsteiner Senke zum Goldenen Grund und mündet auf Höhe von Dietkirchen in die Lahn.

Etwa einen Kilometer westlich der Weil-Quelle verläuft der Limes als alte Grenze des römischen Reiches. Hier sicherte das Römerkastell Kleiner Feldberg die Passhöhe, die später den Namen Rotes Kreuz erhielt. Das Kastell liegt wegen der Wasserversorgung nicht direkt am Limes, sondern gut 200m nordwestlich der Weil-Quelle. Mit seiner Höhenlage von mehr als 700m ü. NN ist es das höchstgelegene Kastell am gesamten Obergermanisch-Raetischen Limes, der seit 2005 als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt ist.

Die erhaltenen Grundmauern aus dem Jahre 150 n.Chr. geben einen Einblick in die römische Geschichte. Früher besaß das rechteckige Feldbergkastell mit den Abmessungen von 78 mal 93 Metern eine Größe von gut 0,7ha. Die Wehrmauer wurde aus unregelmäßigen, vermörtelten Quadersteinen errichtet und danach verputzt. Bei Ausgrabungen 2006 wurden die zum Teil verfallenen Mauerreste neu aufgesetzt. Das Feldbergkastell wurde von einer gut 160 Mann starken Aufklärungstruppe – der Exploratio Halicanensium aus Ungarn – besetzt.

Unterhalb des Feldbergkastells liegen die als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Reifenberger Wiesen. Die Reifenberger Wiesen sind so genannte Magerwiesen, die in der Römerzeit entstanden, als die Waldflächen für die Viehhaltung zur Versorgung des Kastells gerodet wurden. Heute gedeihen hier 183 verschiedene Nutz-, Heil- und Blütenpflanzen sowie Farne. Typische Gewächse sind die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten Kreuzblumen und Sonnenröschen, an Feuchtstellen die Ohrweide und Karpatenbirke. Im Frühsommer dominiert das Gelb von Flügelginster und Arnika.

Auf dem nicht für die Öffentlichkeit zugänglichem Gipfel des Kleinen Feldbergs befindet sich das Taunusobervatorium, ein Funkmast, Antennenanlagen und zahlreiche Messstationen. Beim Taunusobervatorium handelt es sich um ein meteorologisches und geophysikalisches Observatorium, dass 1913 vom Physikalischen Verein Frankfurt am Main gegründet wurde. Seit 1998 befindet sich dort außerdem die Hans-Ludwig-Neumann-Sternwarte des Physikalischen Vereins, an der etwa 140 Kleinplaneten entdeckt wurden, darunter (204852) Frankfurt.

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