Niederems

Direkt am Emsbach liegt das zur Gemeinde Waldems zählende Dorf Niederems. Niederems, 1274 erstmals urkundlich erwähnt, wird vom Emsbach in einen nördlichen und einen südlichen Teil getrennt. Während sich nach Süden an den Ufern mehrerer kleiner Bäche dichte Wälder erstrecken, wird die Landschaft an den Hängen nach Norden zum Weiler Reinborn hin landwirtschaftlich genutzt. Östlich unmittelbar hinter Niederems mündet der Reichenbach von Norden kommend in den Emsbach.

In erhöhter Lage am südlichen Ortsrand wurde 1786 die evangelische Kirche mit ihrem Zwiebeldachreiter erbaut. Teile der Kirchhofmauer sind noch erhalten und hier findet sich auch ein für das 19. Jahrhundert typische Kriegerdenkmal, ein Obelisk mit Eisernem Kreuz, Lorbeerkranz und Adler.

Der frühere Pfarrhof von 1686 liegt am Anfang der zur Kirche hin ansteigenden Kirchgasse. Die Schnitzereien und Ornamente aus Weinlaub, Masken, Fischfiguren wird besonders am Erker deutlich. Der Pfarrhof gilt neben wenigen anderen Gebäuden als bedeutendster dörflicher Fachwerkbau des früheren Untertaunuskreises im Stile der Idsteiner Fachwerktradition nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Im Ortskern finden sich eine Reihe weiterer sehenswerter Hofanlagen und Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Wirtschaftsgebäude eines Gehöfts mit modernisiertem Wohnhaus in der Ortsmitte sind in Fachwerk errichtet und stammen von 1737. Ein Vierseithof mit zwei Wohngebäuden aus verputztem Fachwerk wird durch einen überdachten Fachwerktorbau verbunden. Markant sind auch Wohnhaus, Tor und Nebengebäude einer Hofreite im Ortszentrum gegenüber dem Rathaus. Plastische Mannfiguren finden sich im Fachwerk eines Hofes von 1732 im östlichen Dorfbereich, am früheren Ortseingang von der Frankfurt-Limburger Straße.

Nordöstlich außerhalb des Ortes im sich zunehmend verengenden malerischen Emsbachtal wurde um 1850 die Hammermühle als Eisenhammer mit Bauernhof erbaut. Das Fachwerk wurde nach einem Brand 1960 wieder freigelegt.