Reinborn

Reinborn liegt unweit nördlich von Niederems. Die wenigen Häuser des kleinen Dorfs im Untertaunus schmiegen sich in eine Mulde, die sich nach Süden hin öffnet und die von landwirtschaftlichen Flächen umgeben ist. Erstmals urkundlich nachgewiesen ist der Ort im Jahr 1274.

Im Mittelalter hatte die vor dem Ort stehende tausendjährige Linde vermutlich Bedeutung als Gerichtsstätte. Der mächtige Lindenbaum – sein genaues Alter weiß man natürlich nicht – zählt heute zu den bedeutendsten lebenden Naturdenkmälern im Taunus und wurde bereits 1928 unter Denkmalschutz gestellt. In der Nähe der tausendjährigen Linde befindet sich das Hügelgrab Goldkessel.

Seit dem Jahr 1576 ist in Reinborn eine Kirche nachgewiesen, die nicht weit entfernt von der tausendjährigen Linde außerhalb des Ortes auf einer Anhöhe liegt. Die 1722-24 erbaute spätbarocke Kirche Reinborn wurde auf den Fundamenten einer im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Kirche errichtet und wird von einem Kirchhof mit alter Kirchhofmauer umgeben. Der Chorbogen geht vermutlich sogar auf romanische Ursprünge zurück. Die Emporen sind auf zwei Seiten mit den 12 Aposteln bemalt. Im Chor sind Fresken zu sehen. Ein kleiner Haubendachreiter krönt das evangelische Gotteshaus.

Barockkirche und tausendjährige Linde verbindet der Meditationsweg Waldems, ein gut 5km langer Rundweg, der auf Betreiben der Kirchengemeinde angelegt wurde. Auf dem Meditationsweg sind zehn Tafeln mit Texten aus dem Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi zu lesen. Die einzelnen Tafeln sind mit geschnitzten Bildern verziert. Einmal im Jahr findet hier der Waldemser Friedenslauf statt.

Einen unveränderten Dreiseithof aus dem Jahr 1767 zeugt von der landwirtschaftlichen Vergangenheit Reinborns. Sehr einfach erbaut ist das Backhaus aus dem 19. Jahrhundert, das an einem zentralem Standort in einer Straßenecke liegt.