Idsteiner Senke

Südlich an den Goldenen Grund schließt sich die Idsteiner Senke an, die westlich vom Wörsbach begrenzt wird und östlich an die Höhen des Feldbergs und der Hohen Mark stößt. Namensgebend ist die Stadt Idstein, in der bis 1721 die Grafen von Nassau-Idstein residierten.

Idsteins Schatz ist seine historische Bausubstanz. Zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert säumen die kleinen Gassen. Das älteste Wohnhaus stammt aus dem Jahr 1408. Die Altstadt von Idstein erstreckt sich zwischen dem Renaissance-Schloss Idstein mit dem 42m hohen Hexenturm und dem Höerhof, einem prächtigen Fachwerkbau, der einst als Jagdschloss diente.

Der Besucher von Idstein wird sich wie in einem Historienfilm fühlen. Es gibt wenige Städte, die eine solch durchgehend erhaltene alte Bausubstanz besitzen. Hier gibt es Fachwerk pur zu finden und man kann oft die unterschiedlichen Stadtbereiche mit ihren Funktionen und ihrer Entstehungszeit erkennen. Die Altstadt lässt sich leicht unterteilen in einen herrschaftlichen Bereich ganz im Norden, dann einen bürgerlichen Bereich im Süden und den Bereich der Neustadt im Osten. Vor dieser ehemals ummauerten Kernstadt finden sich Stadterweiterungen, wie das Gebiet zum Bahnhof hin.

Südlich von Idstein verlief früher die Grenze zwischen Römischen Reich und Germanien, der Limes. Der Limes ist seit 2005 als UNESCO Weltkulturerebe geschützt und gilt nach der Chinesischen Mauer als zweitlängstes Bodendenkmal der Welt. Bei Heftrich war der Limes durch ein Kastell gesichert, die Alteburg. Zu sehen ist heute nichts mehr von dem Kastell, aber am Standort zwischen den alten Linden findet heute drei Mal im Jahr der bekannte und beliebte Alteburger Markt statt. Wenig weiter zwischen Kröftel und Glashütten befand sich das Kleinkastell Maisel, das noch als Bodenverformung wahrnehmbar ist.

Nordöstlich von Idstein liegt im Übergang zum Hochtaunus die Gemeinde Waldems. Hier befindet sich der Oberlauf des Emsbachs, der am Kleinen Feldberg (826m) entspringt und auf 39km der Lahn zufließt und dabei Idsteiner Senke, Goldenen Grund und Limburger Becken durchläuft.

Westlich von Idstein und des Wörsbachtals liegt ein Höhenrücken, der von der Hohen Kanzel (592m) im Süden über den Roßberg (426m) bis zum Waldgebiet Langheck reicht und auf dem heute die Autobahn A 3 und die ICE-Strecke Frankfurt-Köln verläuft, bevor beide nördlich des Stadtteiles Wörsdorf den Wörsbach queren. Der Galgenberg (348m) südlich von Idstein in Richtung Dasbach, ein sanfter und landwirtschaftlich genutzter Hügel, markiert den Übergang zum Seelbacher Grund.

Idstein ist auch ein beliebter Schauplatz für Volksfeste und Großveranstaltungen. So steigt immer am dritten Märzwochenende der Frühjahrsmarkt im Idsteiner Frühling. Vier Wochen später am dritten Aprilwochenende findet in ungeraden Jahren der mittelalterliche Hexenmarkt rund um den Hexenturm statt und noch einmal einen Monat später Ende Mai, Anfang Juni wird das Idsteiner Weinfest gefeiert.

Höhepunkt im jährlichen Festkalender ist aber unumstritten das Idstein Jazz Festival. Es ist eines der ältesten und größten Open-Air-Veranstaltungen dieser Art und findet immer am ersten Wochenende der hessischen Sommerferien statt. Ein ganzes Wochenende lang heizen rund 600 Musiker auf verschiedenen Bühnen der Altstadt richtig ein und machen Idstein zu einer der wichtigsten Jazz-Metropolen im Land.