Heftrich

Eingefasst von Heidekopf (408m) und Totenberg (396m) liegt der Idsteiner Stadtteil Heftrich Der Schlabach fließt nach Norden durch den Ort, der 1367 sogar Stadtrechte verliehen bekam. Einen Kilometer südlich von Heftrich befand sich am Limes das Kastell Alteburg, von dem jedoch keine Reste mehr ersichtlich sind.

Das Römerkastell Alteburg sicherte einst den alten Mainzer Weg, der hier den Limes querte und die fruchtbaren Gebiete von Goldenem Grund und Limburger Becken mit dem Rheingau verband. Die Alteburg wurde später als Steinbruch genutzt u.a. für die Stadtmauer und später das Schulgebäude von Heftrich.

Von der 1178 an dieser Stelle errichteten Eremiten-Klause mit einer dazugehörigen Kapelle gibt es ebenfalls keine baulichen Reste mehr. Aber die damals an Heiligenfesten hier abgehaltenen Jahrmärkte haben sich an drei Donnerstagen im Jahr bis heute fortgesetzt. Auf dem Gelände des ehemaligen Römerkastells findet dreimal jährlich, am Donnerstag nach Pfingsten und jeweils am letzten Donnerstag der Monate Juli und August, der Alteburger Markt statt. Unter den alten Linden ist man dann fröhlich bei Weck, Worscht, Ebbelwoi und Bier zusammen.

Teilweise aus den Steinen des Römerkastells Alteburg wurde 1838-39 das klassizistische Schulgebäude mit einem u-förmigen Grundriss errichtet. Seit Ende der 1960er Jahre bildet die Schule eine Mittelpunktgrundschule. Die notwendigen zusätzlichen Räume wurden in einem Neubau hinter dem klassizistischen Altbau gebaut. Der Altbau wurde 1993-94 saniert. Die Grundschule von Heftrich trägt den Namen Alteburgschule Heftrich.

Im ehemals ummauerten Ortskern von Heftrich drängen sich verschiedenste Bauernhöfe und bilden eine dichte Siedlungsstruktur. In der Langgasse findet sich sogar eine Art Einhaus, das Wohnhaus, Scheunen- und Stallteil unter einem Dach vereint und eine Sonderform der in Heftrich auftretenden reduzierten Hoftypen darstellt. Scheune und Stall nehmen etwa zwei Drittel des Erdgeschosses ein, das östliche Drittel sowie das Obergeschoss sind als Wohnzone erkennbar.

Die evangelische Kirche wurde 1738 anstelle eines älteren Vorgängerbaues an der höchstgelegenen Stelle innerhalb der Ortsmauer errichtet. Der klassizistische, fast quadratische Saalbau mit seinem mächtigen Turm wird von einem verschiefertem Glockengeschoss und einer zierlichen Haube abgeschlossen. Ein Opferstock im innern datiert aus 1600 und stammt wahrscheinlich aus der alten Kirche. Der Altar von 1843 ist aus schwarzem Lahnmarmor aus Villmar. Das Pfarrhaus nahe der Kirche wurde 1848 als kubischer Putzbau errichtet.

Südlich von Heftrich hinter dem ehemaligen Römerkastell Alteburg liegt das kleine Dörfchen Lenzhahn in einer nach Südwesten offenen Senke, in der der Seelbach fließt. Das 1768 am nördlichen, unteren Ortsausgang errichtete Rat- und Backhaus passt in Größe und Bauform zu den benachbarten Wohnhäusern. Der verschieferte Dachreiter mit Uhr und Spitzhelm weist auf die öffentliche Funktion hin.