Usingen

Die Buchfinkenstadt Usingen und ihre Stadtteile Eschbach, Kransberg, Merzhausen, Michelbach, Wernborn und Wilhelmsdorf liegen im Hochtaunus nördlich des eigentlichen Taunuskamms. Höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Hohe Berg (414m). Namensgeber der Stadt ist die Usa, die bei Neu-Anspach entspringt, das Usinger Land durchfließt und ihren Weg Richtung Wetterau nimmt, um nach 34km bei Friedberg in die Wetter zu münden.

Frühe Siedlungsspuren bei Usingen reichen zurück bis in die Mittelsteinzeit. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 802. Im 14. Jahrhundert wurde Usingen nassauisch und nach einer Erbteilung entstand 1659 die Grafschaft Nassau-Usingen. Residenz war Schloss Usingen, bis die Fürsten 1744 ins Schloss Biebrich bei Wiesbaden umsiedelten.

Das Schloss Usingen wurde 1873 bei einem Großbrand vernichtet. Sechs Jahre später entstand ein Neubau, der bis heute als Schule genutzt wird. In Usingen gibt es aber noch weitere Sehenswürdigkeiten, die man am besten auf dem historischen Stadtrundgang erkunden kann.

Dieser beginnt am Schlossplatz und führt zum barocken Rathaus als erster Station. Das Rathaus wurde 1687 erbaut und weist eine Besonderheit auf: Die untere Etage wurde damals als Lagerhalle für Mehl verwendet. Von der Mehlhalle aus führt ein Brunnen 20m in die Tiefe. Heute ist in der alten Mehlhalle das Bürgerbüro untergebracht. Bevor man den Beamten unangenehme Fragen stellt, sollte man sich der Existenz des Tiefbrunnens bewusst sein!

Von dem gotischen Vorgängerbau, der dann im 17. Jahrhundert durch das barocke Rathaus ersetzt wurde, existieren heute noch Gewölbekeller. Hier befindet sich heute die Vor- und Frühgeschichtliche Abteilung des Stadtmuseums Usingen.

An das alte Rathaus von Usingen schließen sich zwei weitere Fachwerkbauten an, die so genannten Karter-Häuser. Eins der beiden Häuser stammt ca. aus dem Jahre 1600, das zweite ist ein rekonstruierter Bau eines Wohnhauses von 1577. Weitere schöne Fachwerkbauten findet man in der Unterstadt Usingens, die als der älteste Teil der Stadt gilt. Durch die Brände die Usingen heimsuchten, sind jedoch viele der Gebäude vom Ende des 17. Jahrhundert zerstört worden.

Die evangelische Laurentiuskirche ist das Wahrzeichen von Usingen. Von wann die ersten Bauabschnitte der Laurentiuskirche datieren, ist nicht zu klären. Der 48m hohe Turm trägt eine Inschrift mit der Jahreszahl 1490, aber er wurde wahrscheinlich wie so oft nachträglich an das Schiff gesetzt. Ihr heutiges Aussehen hat die Laurentiuskirche 1651-58 erhalten, als der Wiederaufbau nach dem vehreerenden Stadtbrand von 1635 erfolgte.

Im Übergang von der Kreuzgasse in die Neutorstraße liegt der Usinger Marktplatz, der von der Hugenottenkirche dominiert wird. Dieser Teil von Usingen heißt Neustadt, weil er nach einer weiteren Feuersbrunst 1692 komplett neu errichtet wurde. Die Hugenottenkirche wurde um 1700 ähnlich der bekannten Kirche im französischen La Rochelle errichtet. Im Jahr 1817 entfiel durch die Vereinigung der lutherischen Protestanten und der reformierten Kirche die religiöse Nutzung des Gebäudes, das daraufhin zur Schule umgewidmet wurde. Heute residiert die Stadtbücherei Usingen in den Räumlichkeiten.

Am Westrand von Usingen in einem Gewerbegebiet steht seit 2004 die Bait ul-Huda Moschee mit ihrem 14m hohen Minarett. Innen gibt es zwei über 70 Quadratmeter große Beträume, sowie Vorrichtungen für rituelle Waschungen. Die Räume werden nicht nur zum Beten verwendet, sondern bieten auch Platz für private Veranstaltungen.

Verlässt man Usingen dann ganz über die Neutorstraße (B 275) und biegt dann rechts in den Katharinenhof ein erreicht man den Hattsteinweiher. Das knapp 1,6ha große Gewässer ist ein offizielles EU-Badegewässer – entspricht also allen internationalen Vorschriften. Dazu gibt’s eine gute Infrastruktur mit Parkplätzen, Gastronomie, Duschen und WCs – und das, ohne Eintritt zu verlangen. Wenn’s im Winter richtig kalt wird, wird der dann zugefrorene Weiher auch fürs Eislaufen freigegeben.

Wer einen Ausflug nach Usingen mit Volksfeststimmung verbinden möchte, sollte am zweiten Septemberwochenende ins Usatal kommen. Dann steigt sonntags die Laurentiuskerb (Kirmes) gefolgt von einer Tierschau und dem Laurentiusmarkt am Montag. Für den letzten Freitag im Oktober haben die Usinger Stadtväter etwas besonders gruseliges ausgedacht: die Halloween Verkaufsnacht mit „Shop til you drop“-Garantie. Ruhiger wird’s dann zum ersten Advent, wenn der Usinger Weihnachtsmarkt zusammen mit den Stadtmeisterschaften im Eisstockschießen stattfindet.