Wiesbaden

Gutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut WernerGutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut Werner

Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden liegt am Übergang vom Rheingau in den Main-Taunus. Die frühere Weltkurstadt ist international bekannt für die Vielzahl prachtvoller Bauten, stilistisch dem Historismus, dem Klassizismus und dem Jugendstil zuzurechnen, die man etwa im Kurviertel, am Schlossplatz, dem Luisenplatz, dem Dichterviertel oder dem Rheingauviertel findet. Die Innenstadt von Wiesbaden bildet das sogenannte Historische Fünfeck, das von der Wilhelmstraße im Osten, der Taunusstraße im Norden, der Schwalbacher Straße im Westen und der Rheinstraße im Süden begrenzt wird.

Wenn man vom Kurhaus – heute die Spielbank Wiesbaden – in die Altstadt von Wiesbaden geht, passiert man zunächst den Kaiser-Friedrich-Platz. Im Mittelpunkt des Platzes vis-a-vis zum Bowling Green steht das Denkmal für den 99-Tage-Kaiser Friedrich III. Rechter Hand steht das Hotel Nassauer Hof, Deutschlands erstes Hotel der Kategorie 5-Sterne-Superior. Hier nächtigten u.a. schon Fjodor Dostojewski, John F. Kennedy, Audrey Hepburn der Dalai Lama und Vladimir Putin.

Vom Kaiser-Friedrich-Platz geht es durch die Spiegelgasse weiter. Hier findet sich das Aktive Museum Spiegelgasse, das u.a. im ältesten noch erhaltenen jüdischen Wohnhaus von 1735 unergebracht ist und die deutsch-jüdische Geschichte als Themenfeld bearbeitet.

Durch die Spiegelgasse erreicht man den Kranzplatz. Hier steht das manchmal fäschlicherweise als ältestes Hotel Deutschlands bezeichnete Hotel Schwarzer Bock, das auf den Grundmauern eines römischen Badehauses bereits 1486 unter diesem Namen firmierte. Besonders ist die hauseigene Thermalquelle und das Ingelheimer Zimmer, das mit Holzvertäfelungen und Schnitzereien aus dem 16. Jahrhundert ausgestattet ist.

Der Kranzplatz geht direkt in den Kochbrunnenplatz über. Der Kochbrunnen ist Wiesbadens bekannteste Thermalquelle. Ihr Name bezieht sich auf die Wassertemperatur von über 66° Celsius. Die Quelle wurde erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt. Im Kochbrunnentempel kann man das Wasser probieren. Allerdings sprudelt hier nur ein kleiner Teil der Quelle, deren Hauptmenge in die Aufbereitungsanlage in der Kaiser-Friedrich-Therme geleitet wird.

Um den Kochbrunnenplatz gruppierten sich früher einige Hotels, darunter das Nobelhotel Rose. Es wurde 1896-1902 als neobarockes Prachthotel gebaut, kann Anfang der 1990er Jahre in Besitz des Immobilienunternehmers Jürgen Schneider, der aus dem Hotel Rose ein neues Luxushotel machen wollte. Seine Pleite kam dazwischen, das Hotel stand jahrelang leer. Bis 2004 die hessische Staatskanzlei – der Dienstsitz des Ministerpräsidenten – hier ihr Quartier bezog.

An der Staatskanzlei erreichen wir die Taunusstraße, eine der Wiesbadener Prachtstraßen, die hinauf an den Fuß des Nerobergs führt und von vielen Antiquitätengeschäften und Restaurants gesäumt wird. Geht man die Taunusstraße nach links hinauf bis zur Röderstraße und nimmt dann die zweite rechts – Lehrstraße – kommt man zur Bergkirche. Die evangelische Bergkirche wurde 1879 erbaut. Ihr spitzer Schieferhelm ist wegen der erhöhten Lage am Berg weithin zu sehen.

Durch den Hirschgraben und die Büdingenstraße geht es zur Kaiser-Friedrich-Therme, die 1910-13 als Jugendstilanlage erbaut wurde. Gespeist wird die Kaiser-Friedrich-Therme aus der Adlerquelle, der nach dem Kochbrunnen zweitgrößten Wiesbadener Thermalquelle. Glanzstück der Kaiser-Friedrich-Therme ist das irisch-römische Bad mit seinem schmuckvollen Mosaik.

Direkt hinter der Kaiser-Friedrich-Therme liegt das Römertor. Es wurde 1903 auf den Resten der Heidenmauer erbaut, die bereits um 370 n.Chr. unter Kaiser Valentinian I. angelegt wurde. Damit ist die Heidenmauer das älteste Bauwerk Wiesbadens aus der Römerzeit. Unterhalb des Römertores wurden Kopien von in Wiesbaden gefundenen Grab- und Gedenksteinen sowie Schrifttafeln aus der Römerzeit aufgestellt und so ein Freilichtmuseum geschaffen.

Durch die Langgasse gelangt man zum Mauritiusplatz, dem Zentrum in der Fußgängerzone Wiesbadens. Hier stand bis 1850 die Mauritiuskirche, die wichtigste Kirche von Wiesbaden. Ihre Vorgängerbauten lassen sich bis in die Zeit der Karolinger um 780 n.Chr. verfolgen. Heute trifft man sich hier, um beim Bummel durch die Altstadt ein Päuschen einzulegen.

Am Ende der Fußgängerzone trifft man auf die Friedrichstraße. Folgt man ihr linkerhand, kommt man zur Wilhelmstraße, dem Prachtboulevard von Wiesbaden. Die Wilhelmstraße trennt die Altstadt vom Kurviertel und verläuft parallel zum Warmen Damm bis hinauf zur Taunusstraße.