Luisenplatz (Wiesbaden)

Der Luisenplatz in Wiesbaden wurde 1830 zwischen der Luisenstraße und der Rheinstraße im klassizistischen Stil angelegt. Im Zentrum des Luisenplatzes steht der Waterloo-Obelisk, der 1865 zum Gedenken an die Gefallenen in der Schlacht von Waterloo errichtet wurde. Der Luisenplatz selbst wird von einigen schmucken Gebäuden eingerahmt.

Nach Süden hin an der Rheinstraße ist da z.B. der Stammsitz der Nassauischen Sparkasse. Das klassizistische Gebäude wurde 1860-63 unter Leitung des Wiesbadener Architekten Richard Görz erbaut. Nach Norden zur Luisenstraße steht das alte Pädagogium von 1831, in dem seit 1949 das hessische Kultusministerium seine Arbeit verrichtet.

Auf der anderen Seite der Luisenstraße erhebt sich die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius. Die dreischiffige Hallenkirche mit ihren zwei 68m hohen Türmen wurde 1844-49 im neugotischen Stil erbaut und ist das größte katholische Gotteshaus in Wiesbaden. Architekt war der aus Geisenheim stammende Philipp Hoffmann, der auch den Rheingauer Dom in Geisenheim verantwortete und später die Russisch-Orthodoxe Kirche und den Monopteros auf dem Neroberg baute.

Hinter der Bonifatiuskirche an der Ecke zur Bahnhofstraße befindet sich das Ministerialgebäude Wiesbaden. Auch hier war Philipp Hoffmann tätig. Er leitete den Wiederaufbau des 1854 abgebrannten Verwaltungsgebäudes, in dem seit 1968 das hessische Justizministerium untergebracht ist.

Geht man vom Ministerialgebäude die Rheinstraße Richtung Wilhelmstraße kommt man zum Museum Wiesbaden. Es ist eines der drei hessischen Landesmuseen und zeigt eine naturwissenschaftliche und eine kunstwissenschaftliche Ausstellung. Die Ursprünge des Museums Wiesbaden gehen auf das 19. Jahrhundert und eine Anregung Goethes zurück. Aus dem zunächst bürgerlichem Engagement entwickelten sich drei Sammlungen, die 1900 an die Stadt Wiesbaden übergeben wurden. 1912-20 wurde das Museumsgebäude errichtet, in dem die Sammlungen vereint dargestellt werden konnten.

Im Bereich Kunst ist das Glanzstück des Museums Wiesbaden sicherlich die Jawlensky-Sammlung mit Bildern des russischen Malers, der seinen Lebensabend in Wiesbaden verbrachte. Die Wiesbadener Jawlensky-Sammlung mit rund hundert Werken des Expressionismus gilt als weltweit wichtigste Ausstellung der Werke von Alexej von Jawlensky.

Die naturwissenschaftliche Sammlung im Museum Wiesbaden besteht aus mehr als einer Million Naturobjekten aus aller Welt. Besonders bedeutend ist die Gerningsche Insektensammlung mit 40.000 Exemplaren, darunter auch über 300 Jahre alte Schmetterlinge.

Vom Museum Wiesbaden führt die Friedrich-Ebert-Allee zum Hauptbahnhof. Auf dem Weg passiert man die Reisinger Anlagen, einem 3,4ha großen Park, der 1932 angelegt wurde. Die Reisinger Anlagen (eigentlich Herbert- und Reisinger-Anlagen, benannt nach den beiden Stiftern) wird von weiten Rasenflächen, Brunnen und geometrisch angeordneten Wasserbecken dominiert. Durch die Reisinger Anlagen erreicht man den Kaiser-Friedrich-Ring.

Wenn man vom Ring wieder zurück zum Luisenplatz möchte, geht man am besten durch die schmucke Adolfsallee. Die Adolfsallee wurde um 1870 angelegt und gilt als prächtigste der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Längsstraßen. Sie verbindet den Luisenplatz mit der Biebricher Allee.

Zurück am Luisenplatz werfen wir last not least einen Blick noch einen Blick nach links die Rheinstraße hinauf. Hier befindet sich die Hochschul- und Landesbibliothek Rhein-Main. Sie geht auf die 1730 initiierte Regierungsbibliothek in Usingen zurück, die 1744 nach Wiesbaden umzog und 1813 zu einer öffentlichen Bibliothek umgewandelt wurde. 1908-13 wurde für die Bibliothek das stattliche Gebäude an der Rheinstraße gebaut. Mit mehr als 800.000 Medieneinheiten von der mittelalterlichen Handschrift bis zur Online-Datenbank ist die Hochschul- und Landesbibliothek heute eine wissenschaftliche Universalbibliothek mit regionalem Schwerpunkt.