Eifelsteig Etappe 4 Einruhr – Gemünd


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 21 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 32 Min.
Höhenmeter ca. ↑663m  ↓627m
Eifelsteig Wanderweg Wegzeichen

Viel Abwechslung bietet die vierte Etappe des Eifelsteigs. Die Etappe führt von Einruhr am Obersee des Rurstausees nach Gemünd. In einem Halbkreis bewegt man sich entlang der Rur, der Urfttalsperre und durch die Dreiborner Hochfläche.

Die Urfttalsperre entstand 1904 und die Wollseifener Felder wurden geflutet. Die Dreiborner Hochfläche aus Wald und offenem Gelände, liegt im Gebiet des ehemaligen Truppenübungsgeländes Vogelsang und darf erst seit 2006 wieder betreten werden.

Faszinierend ist die Wüstung Wollseifen. Das Dorf hat irgendwie oft Pech gehabt, denn Wollseifen liegt nahe der ehemaligen Nazi-Ordensburg Vogelsang und war sehr umkämpft. Im Winter 1944 auf 1945 wurde es derart zerbombt, dass es keine Lebensgrundlage mehr bot.

Nach Kriegsende kehrten die Bewohner zurück, was nicht lange währte, denn 1946 ernannten die Briten das Areal zum Sperrgebiet und es wurde ein Truppenübungsplatz. Die Royal Army gab dem Ort sozusagen den Rest. Nach den Briten kamen die Belgier und übten in der hergerichteten Geisterstadt bis 2005 den Häuserkampf – schon irgendwie gespenstisch, wie die Rohbauten einen so leer angucken. Vom Dorf noch zu sehen ist die 1947 ausgebrannte Kirche St. Rochus, Reste eines Schulhauses und andere Ruinen.

Weiter geht es auf dem Eifelsteig durch die jüngere Geschichte vorbei an der Wüstung des Dorfes Vogelsang zur ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang auf dem Berg Erpenscheid. Hier wurde 1936-39 der NS-Führungskader geschmiedet. Weithin sichtbar ist der 48m hohe Wassertank-Turm. Hauptgebäude und Kameradschaftshäuser sind ebenfalls gut erhalten. 100ha bebaute Fläche, die einen Eindruck ihrer Bauzeit vermitteln. Auf dem Gelände befindet sich ein Besucherzentrum im Belgischen Truppenkino. Derzeit ist der „Internationale Platz Vogelsang“ im Umbau zu einem Ausstellungs- und Bildungszentrum, der 2015 abgeschlossen sein soll.

Von hier aus geht es auf dem Eifelsteig weiter, den Morsbach überquerend durch den Nationalpark Eifel mit schönen Aussichtspunkten. Man folgt dann dem Verlauf der Urft bis Gemünd. Die Urft entspringt bei Schmidtheim und mündet nach 46km bei Rurberg in die Rur.

Gemünd bezieht seinen Namen aus der Mündung der Olef in die Urft. Der Brückenheilige Nepomuk wacht darüber. Die Original-Statue aus dem Jahr 1730 im Stil des Barock steht im Kurhaus nördlich des Zusammenflusses. In Gemünd befindet sich ein weiteres Nationalparktor, das wie auch die anderen Nationalparktore zum Nationalpark Eifel als museales Infozentrum dient. Man erfährt hier Waldgeschichten und einiges zur frühen Industriegeschichte. Da geht es dann um Eisen, Verhüttung und Kohlenmeiler.

Eifelsteig-Etappen


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Bildnachweis (attribution,via Wikimedia Commons): 1,4,5,10 by Gabriele Delhey; 2 by Arne Hückelheim; 3,9 by L.1951a; 6 by unknown; 7 by Carschten; 8 by VoWo [CC-BY-SA-3.0]

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