Adolf-Weiß-Weg: Von den Höhen, wo der Wind pfeift, bis ins Lahntal


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Nützliches und Informationen zur Tour
Wegweiser
Länge: 91.46km
Gehzeit: 23:02h
Anspruch: mittel
Wegzustand: gut
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Höhenprofil und GPX-Details

Die Streckenwanderung, begonnen auf dem Westerwald auf rund 650m führt bis ins Lahntal auf rund 90m. Man könnte sagen – easy, es geht nur bergab. Das wäre aber nicht die Wahrheit. Kurzweilig könnte es werden aufgrund des Aufs und Abs, der Passagen mit Wäldern und Wiesen, des Nistertals und der Westerwälder Seenplatte. Der Weg streift das Kannenbäckerland und verläuft entlang des Gelbachtals. Es werden hineingemixt: traditionsreiche Orte und Städtchen wie Westerburg, Selters, Montabaur sowie Obernhof mit Weinbau an der Lahn.

Adolf Weiß war jener Heimatdichter, der 1913 den Westerwälder Erkennungsruf: „Hui! Wäller?“ - „Allemol!“, ersann. Start der Etappenwanderung ist bei Stein-Neukirch am Salzburger Kopf (654m). Von hier hat man einen herrlichen Blick über den Hohen Westerwald und die in die Landschaft getupften Orte. Man schaut zu den Bergen des Siegerlands, zum Großen Feldberg im Taunus, auf die Montabaurer Höhe sowie die Ausläufer von Hunsrück, Eifel und Siebengebirge. Der erste Ort ist Salzburg.

Durch die Wäller Landschaft geht’s nach Zehnhausen bei Rennerod an der B54. Im Dorf auf einer Basaltkuppe steht ein historischer Dorfbrunnen. Durch Wald- und Feldflur mit Wiesen geht die Wanderung ins Tal der Großen Nister nach Neustadt/Westerwald. Die Große Nister mit 64km hat ihre Quelle nah der Fuchskaute und die Mündung in die Sieg in Wissen-Nisterbrück. Im Dorf steht die Kirche Mariä Himmelfahrt.

Die Wanderung durch die Ländlichkeit streift nach rund 10,5km Rennerod, das Zentrum im Hohen Westerwald und seit 1990 nicht mehr der geografische Mittelpunkt der BRD. Man könnte einen Abstecher unternehmen, um sich in einem Café zu stärken. Vielleicht kommt man auch ins Gespräch mit einem der „Basaltköppe“, wie die Westerwälder auf dem Basaltgestein im Volksmund genannt werden. Stur, naturliebend und hilfsbereit sollen sie sein.

Die Strecke kommt nun in ein Gefilde, das eher nicht Wäller-Tradition ist: Golf. Der Golf-Club Wiesensee legt sich an den Wiesensee. Der 1971 künstlich angelegte Wiesensee wurde 2023 wegen Mängeln abgelassen. Er soll wohl wieder befüllt werden. Datum offen (Stand 2026). Nach rund 21km steht man in Westerburg mit Optionen zur Übernachtung. Die Stadt im Westerwaldkreis wird vom Schloss Westerburg (1192 erstmals genannt, Privatbesitz) auf dem Schlossberg überragt.

Von Westerburg bis Selters, als möglicher zweiter Ort für eine Übernachtung, führt die Strecke gen Westen, an einem Basaltsteinbruch vorbei und südlich am Dreifelderweiher durch den Wald. Der Dreifelderweiher ist der größte See der Westerwälder Seenplatte im Oberen Westerwald. Es sind sieben künstlich angelegte Seen, die einst zur Fischzucht dienten. Wir kommen im Wald zwischen Brinkenweiher und Postweiher entlang, an einem Campingplatz vorbei, entlang der Aubachswiese nach Maxsain. Bei Selters mit Landhotel und Saynbach ist man dann nach rund 47km. Wir sind hier auch auf der Strecke des alten Westerwald-Hauptwanderwegs 4. Unsere Tour und die 4 sind deckungsgleich bis Obernhof an der Lahn – durch Wald, Wiesen und Feldflur.

Durch Vielbach nähert man sich Wirges. Rund um Wirges im Westerwaldkreis ist die Kulturlandschaft des Kannenbäckerlands mit einigen Tongruben und Keramikhandwerk. Siershahn ist umgeben von Ton und man kann einen Abstecher zum Tonbergbaumuseum unternehmen. Die Strecke führt auf den Steimel (334m) hinauf. Dort ist ein Kapellchen von 1865. Durch Staudt und Eschelbach kommt der Weg mit dem Aubach unter der A3 durch nach Montabaur. 65km etwa sind geschafft.

Die Kreisstadt Montabaur wird vom Schloss Montabaur in sonnigem Gelb überschaut. Das Barockschloss mit mittelalterlichem Bergfried ist ein Schulungs- und Tagungszentrum und ein Hotel. Montabaurs Altstadt ist eine komplette Denkmalzone. Die Stadtbefestigung stammt aus dem 13. Jahrhundert. Weiterer prägender Bau ist die Kirche St. Peter in Ketten. Neben Fachwerk sind auch einige schöne Gründerzeitbauten zu sehen.

Nach der schmucken baulichen Fülle führt die Wanderung ins Gelbachtal durch Ettersdorf, Giershausen, im Bogen an Gackenbach vorbei ins Tal nach Dies, durch den Wald und mit Aussicht, dann abwärts nach Weinähr am Gelbach, nebst historischem Fachwerkrathaus. Nach einem Bogen zwischen Schloss Langenau und Kloster Arnstein sind wir in Obernhof mit Weinbau an der Lahn. Sehr malerisch. Quert man die Lahn, ist dort der Bahnhof.

Bildnachweis: Von Jörg Braukmann [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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