Selters (Westerwald)

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Beidseitig entlang des mäandernden Sayntales hat sich der alte Ortskern von Selters im Oberen Westerwald entwickelt und sich im Laufe der Zeit zu den umliegenden waldreichen Berghängen ausgedehnt.

Selters zählt zu den ältesten Siedlungen des Westerwalds. Feuerstein-Werkzeuge, die an der Gemarkungsgrenze nach Nordhofen – der so genannten Wacht – gefunden wurden, deuten auf eine Besiedlung in der Jungsteinzeit – 2.000 v. Chr. – hin. Als Ort wird Selters erstmals 930 erwähnt. Ab 1589 gehört Selters zur Grafschaft Wied und nimmt seitdem eine Mittelpunktfunktion für die umliegenden Orte wahr. Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte dennoch erst im Jahr 2000.

Die evangelische Kirche von Selters wurde 1842 im klassizistischen Kolonialstil an die Stelle einer morschen Kapelle gebaut, deren Geläute von 1413 und die Turmuhr in den Neubau übernommen worden sind. Erst 1850 erhielt die evangelische Gemeinde ihren ersten eigenen Seelsorger. In den Seitenflügeln der Kirche war bis 1958 auch die Selterser Volksschule untergebracht. Heute werden diese Räume von der Stadtverwaltung genutzt. Im Winkel zwischen Kirche und Schule steht ein schönes Kriegerdenkmal von 1922.

Ende des 19. Jahrhunderts bekannte sich jeder zehnte Einwohner von Selters zum jüdischen Glauben. Bereits 1585 wird in einer Aufzeichnung „Adam, der Jude zu Selters“ erwähnt. 1815 errichtet die jüdische Gemeinde eine Synagoge, die in der Reichskristallnacht niedergebrannt wird. 1939 meldet die Gemeindeverwaltung, dass Selters judenfrei ist. Heute erinnern noch der Friedhof an der Wacht und die Mikwe (Tauchbad) an das Leben der Landjuden in Selters.

In der Oberwaldschule wird seit den 1990er Jahren das Schulmuseum MU*SE betrieben. Es basiert auf einem pädagogischen Konzept, das es Schülern (und auch Erwachsenen) ermöglicht, Wissen nicht abstrakt zu erlernen, sondern dinglich zu erfahren. Das macht MU*SE mit einer stattlichen Sammlung von Alltagsgegenständen – vornehmlich aus dem Westerwald – die von den Besuchern auch tatsächlich angewendet werden dürfen.

1888 wurde in Selters der Westerwaldverein gegründet. Mit rund 7.000 Mitgliedern in 50 Zweigvereinen betreuen die Ehrenamtlichen ein Wanderwegenetz von über 2.300km. Zum hundertjährigen Vereinsjubiläum wurde am Gründungslokal Westerwälder Hof eine Gedenktafel aufgestellt. Auch rund um Selters hat der Westerwaldverein einige schöne Rundwanderungen ausgeschildert.

Der S1-Weg führt in einer Westschleife über stolze 20km von Selters nach Goddert und weiter nach Marienrachdorf, dann südlich nach Krümmel, Sessenhausen und Ellenhausen zum Zusammenfluss von Großem und Kleinem Saynbach. Der Rückweg führt dann über Nordhofen und am Judenfriedhof an der Wacht zurück nach Selters.

Westlich führt der Weg Qu1 nach Quirnbach und ins Tal des Kleinen Saynbach. Dieser Rundweg ist 8km lang und führt durch den Oberwald unterhalb des Kreuzbergs. Am Waldende vor Quirnbach eröffnet sich ein herrlicher Blick ins Tal des kleinen Saynbaches mit Helferskirchen zur Linken und Quirnbach direkt im Blick. Am Horizont zeichnen sich von Osten nach Westen der Malberg, der Köppel und die Alarmstange als Erhebungen ab.

2006 wurde der Nordic Walking Park der Verbandsgemeinde Selters eröffnet. Auf sechs ausgeschilderten Strecken mit einer Gesamtlänge von 70km kann man die „touristischen Sahnestücke“ (Eigenwerbung der Gemeinde) zwischen Sayntal und Westerwälder Seenplatte zu Fuß erkunden. Startpunkte befinden sich in Selters, Herschbach und am Waldspielplatz in Steinen.