Herschbach (Holzbachtal)

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Der staatlich anerkannte Luftkurort Herschbach liegt am Rand der Dierdorfer Senke und grenzt westlich an die Westerwälder Seenplatte. Der an der Seenplatte entspringende Holzbach, der nach 44km bei Döttesfeld in die Wied mündet, durchfließt den Fremdenverkehrsort, der zur Verbandsgemeinde Selters im Westerwald gehört.

Auch wenn die erste urkundliche Erwähnung erst auf 1248 datiert, ist Herschbach als Siedlung viel älter. Ein mittlerweile im Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg ausgestellter Becher weist darauf hin, dass schon vor etwa 4.000 Jahren Menschen am Holzbach wohnten. 1343 erhielt Herschbach mit Übergang an die Grafen von Isenburg die Stadtrechte, die es allerdings 14 Jahre später wieder verlor.

Die Isenburger errichteten in Herschbach eine Burg, die später zum Wasserschloss Arx Hergispach umgebaut worden ist. 1880 allerdings wurde das Schloss abgebrochen. An seiner Stelle steht heute das Kloster Marienheim. Es wurde 1899 auf den Grundmauern und im Grundriss der Burg errichtet. Bei Reparaturarbeiten wurden alte Mauerreste der Burg entdeckt, die im Sumpf versunken waren. In sieben Metern Tiefe fanden sich beim Bau eines Kindergartens Gefäße und Krüge, die eindeutig der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zuzuordnen sind. 1903 zogen die Schwestern des Ordens der Armen Dienstmägde Jesu Christi in das Kloster ein. Heute ist das Kloster Marienheim ein Alterswohnsitz für die Ordensschwestern.

Im Zentrum von Herschbach steht die von 1765-68 erbaute katholische Pfarrkirche St. Anna. Bemerkenswert ist, dass die vier Stahlglocken, der Glockenstuhl und die Turmuhr der Ortsgemeinde Herschbach und nicht der Kirchengemeinde gehören. Im Inneren der St. Anna Kirche finden sich prächtige Rokoko-Schnitzereien der Hadamarer Schule und Reste des größten, von Orgelbaumeister Johann Wilhelm Schöler errichteten Kircheninstruments mit ehemals 34 Registern und drei Manualen. Heute sind leider nur noch das Orgelprospekt und einige Pfeifen original. Die St. Anna Pfarrkirche steht unter Denkmalschutz und bildet mit dem historischen Rathaus und dem neugestalteten Marktplatz den Ortskern von Herschbach.

Der Heilige Laurentius ist der Schutzpatron von Herschbach. Ihm ist eine Wallfahrtskapelle im Ortsteil Oberherschbach gewidmet. Die Laurentius-Kapelle ist wahrscheinlich in zwei Abschnitten erbaut worden. Der Chor wurde bereits im 13. Jahrhundert errichtet. Besonders im Marienmonat Mai finden Wallfahrten statt, die durch eine prächtige Kasatanienallee mit Kreuzweg von Herschbach zur Laurentius-Kapelle führen.