Liebfrauenkirche Hadamar

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Folgt man der Borngasse, gelangt man ans Elbbachufer. Hier erhebt sich die dreischiffige Liebfrauenkirche, das Juwel von Hadamar.

Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert als gotische Hallenkirche erbaut und diente bis 1818 als Stadtkirche. Das Innere wird von gotischem Deckenschmuck und der barocken Ausstattung durch Künstler der Hadamarer Schule geprägt. Kanzel und Hochaltar wurden von dem Bildhauer Martin Volck um 1738 geschaffen.

Martin Volck gilt als einer der vier Köpfe der so genannten Hadamarer Schule. Den Grundstein für dieses Westerwälder Zentrum der Bildhauerkunst legte Prinz Franz Bernhard mit seinem umfangreichen Bauprogramm, in dessen Rahmen unter anderem auch das Schloss erweitert wurde. Besonderheiten des Hadamarer Barocks sind ein flachschnittiger Faltenwurf, eine längliche Kopfform und besonders üppige Haarlocken der Figuren.

Die Marienglocke, die im Turm der Liebfrauenkirche erklingt, stammt von 1451 und ist damit eine der ältesten noch im Betrieb befindlichen Glocken Deutschlands. Sie wurde von Tilman von Hachenburg gegossen und war seinerzeit die größte Glocke der weiteren Umgebung. Die Glocke wiegt stolze 1.380kg.

Nachfolger der Liebfrauenkirche als Stadtkirche ist die St. Johannes Nepomuk Kirche. Sie war vorher das Gotteshaus der ehemaligen Jesuitenniederlassung. Der schlichte Bau lässt nicht vermuten, wie sehr der Innenraum mit Meisterwerken barocker Baukunst ausgeschmückt ist.

Der Hochaltar von Johann Theodor Düringer gilt als einer der eindrucksvollsten seiner Zeit. Die Spiegeldecke des durch Pilaster gegliederten Saalbaues wird von Schmuckkartuschen gesäumt und trägt zwei große Deckengemälde, die das Martyrium und die Verherrlichung (Gloriole) des Kirchenpatrons Johannes Nepomuk darstellen. Eine Besonderheit ist die jährliche Krippenausstellung im Gewölbekeller des angrenzenden Franziskanerklosters mit über 400 Krippen aus aller Welt.

Die jüdische Gemeinde traf sich seit 1841 in der Synagoge in der Nonnengasse. Sie ist eines der wenigen erhaltenen jüdischen Gotteshäuser, die in der sogenannten Reichspogromnacht 1938 nicht zerstört wurde. Heute befindet sich in der Synagoge eine Dokumentation über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Hadamar.