Limeserlebnispfad (Taunus)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 33 km
Gehzeit o. Pause: 7 Std. 38 Min.
Höhenmeter ca. ↑501m  ↓705m
Der Limeserlebnispfad führt von Glashütten nach Langenhain-Ziegenberg

Der Limes, die alte römische Grenzbefestigung gegenüber dem wilden Germanien, ist seit 2005 von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützt. Mit einer Gesamtlänge von über 500km ist er nach der Chinesischen Mauer das zweitgrößte Bodendenkmal der Welt. Und am besten erhalten ist der Limes im Taunus. Deshalb legten hier am spannendsten Abschnitt des Limes das Saalburgmuseum zusammen mit dem Naturpark Hochtaunus der Limeserlebnispfad an, der 2012 vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg zertifiziert wurde.

Die gut 30km lange Strecke auf dem Limeserlebnispfad ist mit einem stilisierten Wachturm ausgeschildert und durch zahlreiche Informationstafeln ergänzt. Gestartet wird am Limes-Informationspavillon in Glashütten, wo man sich für die Strecke auch mit Informationen über den Limes und den Erlebnispfad versorgen kann.

Über die Passhöhe Rotes Kreuz führt der Limeserlebnispfad zunächst zum Feldberg-Kastell am Kleinen Feldberg (826m). Das Feldberg-Kastell ist das höchste Kastell am Limes, liegt aber nicht direkt am Grenzverlauf, sondern etwas versetzt gut 200m nordwestlich der Weil-Quelle, die für die Wasserversorgung des mit 160 Mann besetzten Kastells gebraucht wurde. 2004-05 erfolgte eine Sanierung und die parkähnliche Gestaltung des Feldberg-Kastells. Die unterhalb des Kastells liegende Badeanlage wurde freigelegt und damit erstmals für den Besucher sichtbar gemacht.

Am Nordhang des Großen Feldbergs (881m) entlang führt der Limeserlebnispfad zur Taunus-Passhöhe Sandplacken, über die heute die Kanonenstraße nach Oberursel führt. Direkt hinter dem Sandplacken erreicht der Limeserlebnispfad am Hang des Kolbenbergs (684m) den Standort des Kleinkastells Altes Jagdhaus. Seinen Namen erhielt das Römerkastell durch ein auf den Grundmauern des Kastells errichtetes Jagdhaus, das vermutlich im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Vom Jagdhaus und dem Römerkastell sind noch gut wahrnehmbare Mauerreste verblieben.

Ab dem Klingenkopf (683m) mit den Resten des Kleinkastells Heidenstock gibt der Taunuskamm die weitere Richtung vor. Über Eichkopf (620m), Einsiedler (607m), Roßkopf (632m), Kieshübel (633m) und Hollerkopf (616m) erreicht der Limeserlebnispfad ungefähr zur Hälfte der gesamten Wegstrecke das Römerkastell Saalburg.

Die Saalburg ist das einzige vollständig rekonstruierte Römerkastell am Limes. Es wurde 1898-1907 auf dem alten Grundriss wieder aufgebaut. Im Getreidespeicher, dem Horreum, befindet sich heute das Saalburgmuseum, das spannende, historische Fundstücke zeigt, die entlang des Limes gefunden wurden. Im gegenüberliegenden Institutsbau sitzt das Saalburg Forschungsinstitut, das die Geschichte des Limes erforscht und eine Fachbibliothek mit über 30.000 Bänden unterhält.

Der Limeserlebnispfad leitet weiter nach Osten und erreicht den Freizeitpark Lochmühle. Wo heute Kinder toben, stand einst das Kleinkastell Lochmühle. Das Limes-Bodenkmal liegt im Freizeitpark. Ein kurzer Lehrpfad, der Römer-Parcours, erklärt die Anlage in kindgerechter Weise und bietet Einblicke in Aussehen und Funktion des ehemaligen Römerkastells.

Mit immer wieder schönen Aussichten hinein ins Usinger Becken führt der Limeserlebnispfad weiter zum Römerkastell Kapersburg. Das Kastell Kapersburg gehört zu den am besten erhaltenen römischen Militäranlagen am Limes. Hier kann man z.B. sehen, wie luxuriös die Römer badeten: Die Strukturen von Frigidarium (Kaltbad), zwei Tepidarien (Laubäder), einem Caldarium (Warmbad) und einem Sudatorium (Schwitzbad) sind sehr gut konserviert.

Über das Kleinkastell Ockstädter Wald folgt man dem Limeserlebnispfad jetzt durch das landschaftlich wohl reizvollste Stück des Weges. Auf kleinen Pfaden werden unberührte Mischwaldstücke durchwandert, bis man den Gaulskopf (397m) erreicht. Hier wurden die Reste eines besonders hohen Römerturms rekonstruiert und als Aussichtsturm der Bevölkerung zugänglich gemacht. Bei gutem Wetter hat man einen schönen Blick in den Hochtaunus und über die Wetterau.

Vom Gaulskopf geht es abschließend hinab ins Tal der Usa und wir erreichen die Wetterau. Zielpunkt ist Schloss Ziegenberg, eine im Ursprung mittelalterliche Burg, von der heute noch der Bergfried erhalten ist. Im Dritten Reich wurde Schloss Ziegenberg von Albert Speer zum Führerhauptquartier umgebaut, aber als solches niemals genutzt. Seit 1993 ist Schloss Ziegenberg in eine Wohnanlage umgebaut und kann nur von außen betrachtet werden.

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