Arnoldshain

Eingerahmt von Pfaffenrod (596m), Krimmelberg (640m) und Junkernberg (636m) in direkter Nachbarschaft zum Großen Feldberg (881m) liegt Arnoldshain, ein Ortsteil der Feldberg-Gemeinde Schmitten. Arnoldshain ist besonders durch ein Gebäude geprägt: die Laurentiuskirche. Die zur Burg Hattstein gehörende Kirche soll etwa 1100 erbaut worden sein. Mehrere Umbauten und Erweiterungen folgten im Lauf der Jahrhunderte.

Wenn man die Kirche betritt, fällt das geschmiedete Kirchhoftor von 1760 auf. Im Gebäude selbst ist wohl, neben dem Altar aus Villmarer Marmor und der Kanzel aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das dreiteilige Glasfenster von 1470 am auffälligsten. Das gotische Kirchenfenster zeigt das Reifenberger Wappen mit einer kleinen Kuriosität: ein Ritterhelm mit Eselsohren. Diese weisen auf eine Sage hin, dass ein Reifenberger Ritter in Italien, nach dem Verlust seines Pferdes eine Brücke auf einem Esel reitend verteidigt haben soll.

Auf Arnoldshainer Boden liegt der Taunus-Pass am Sandplacken (669m). Dieser Pass verbindet Oberursel mit Schmitten und führt als Landstraße L 3004 über den Taunuskamm. Die Straße trägt den Beinamen Kanonenstraße. Als sie 1871-77 erbaut wurde, war sie so gut befestigt, dass man Kanonen über den Taunus hätte transportieren können. Dies passierte zwar nicht, der Namen aber hat sich erhalten. Auf dem Sandplacken zweigt die Zufahrtsstraße zum Großen Feldberg (881m) ab.

In direkter Nähe des Sandplackens erhebt sich der Kolbenberg (684m) und nordöstlich schließt sich der Klingenkopf (683m) an. Über ihn verläuft heute der Taunushöhenweg und vor knapp zweitausend Jahren der römische Grenzwall Limes.

Am Hang des Kolbenbergs stand früher ein Kleinkastell der römischen Besatzer, das heute Kleinkastell Altes Jagdhaus heißt. Seinen Namen erhielt das Kleinkastell Altes Jagdhaus durch ein in den Grundmauern des Kastells errichtetes Jagdhaus der Markgenossenschaft Hohe Mark, das vermutlich im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Vom Jagdhaus und dem Römerkastell sind noch gut wahrnehmbare Mauerreste verblieben.

Im weiteren Verlauf des Limes in Richtung Osten schließt sich am Klingenkopf ebenfalls auf Arnoldshainer Grund das Kleinkastell Heidenstock an. Auch hier gibt es noch einige historische Mauerstümpfe zu sehen. Die nächste größere Befestigung der Römer nach dem Kleinkastell Heidenstock ist dann die Saalburg bei Bad Homburg.

In der Ortsmitte von Arnoldshain gibt es ein altes Rathaus mit integriertem Backhaus, das um 1800 erbaut wurde. Das Gebäude wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts um ein Spritzenhaus und später eine Viehwaage ergänzt. Heute befindet sich hier das Heimatmuseum Arnoldshain.

Gegenüber des Gebäudes findet sich der 2008 erneuerte Dorfbrunnen mit einem Denkmal in Form eines Schmieds, das an die Tradition des eisenverarbeitenden Handwerks in Arnoldshain hinweist. Die alte Dorfschmiede ist schön restauriert, befindet sich aber in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.

Neben Limes und Kanonenstraße war Arnoldshain noch einmal Schauplatz von überregionaler Bedeutung. 1954 wurde hier die Akademie der evangelischen Kirche von Hessen und Nassau gebaut. In der Anlage wurde 1967 die Arnoldshainer Konferenz gegründet, die bis 2003 Bestand hatte. In der Arnoldshainer Konferenz arbeiteten viele unierte und reformierte evangelische Landeskirchen aus der ganzen Republik in Fragen der Ökumene, Ordination und Organisation zusammen.

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