Pfaffenwiesbach (Wehrheim)

Pfaffenwiesbach liegt im Wiesbachtal, dessen namensgebender Flusslauf südlich des Ortes am Galgenberg (391m) unweit des historischen Limes-Verlaufs entspringt. Der Limes kommt von der Saalburg und knickt hier auf Wehrheimer Gemarkung nach Norden, um Butzbach anzusteuern.

Bei Pfaffenwiesbach sicherte das Römerkastell Kapersburg den Limes. Das Kastell Kapersburg gehört zu den am besten erhaltenen römischen Militäranlagen des Obergermanisch-Rätischen Limes. Die Umfassungsmauer des Kastells Kapersburg beschreibt ein 134m Mal 122m großes Rechteck, das durch vier Tore unterbrochen und von einem Graben umgeben wird. Das Lagerdorf war sehr groß und erstreckte sich um das Kastell.

Ergänzt wird das Ensemble durch gut erhaltene Reste eines Römerbades, dass in seiner damaligen Ausstattung schon wirklich nah an heutige Luxustermen herankam. Die Strukturen von Frigidarium (Kaltbad), zwei Tepidarien (Laubäder), einem Caldarium (Warmbad) und einem Sudatorium (Schwitzbad) sind konserviert, so dass sich dem Besucher der Aufbau eines solchen Balineums sehr gut erschließt. Die einzelnen Abteilungen waren in der logischen Folge des Badeablaufs auf das Westtor des Kastells ausgerichtet.

Das gesamte Gelände rund um das Römerkastell Kapersburg ist seit 2005 wie der gesamte Obergermanisch-Raetische Limes als UNESCO Weltkulturerbe geschützt. Im Rahmen dieser Auszeichnung wurde das Gelände noch einmal vollständig restauriert und das gesamte Kastellareal in einen archäologischen Park umgewandelt.

Nordöstlich an das Kastell Kapersburg schließen sich der Steinkopf (518m) und der Winterstein (482m) an. Letzterer wird seit 2005 durch einen knapp 17m hohen Aussichtsturm Winterstein gekrönt, von dem man einen guten Blick in den Taunus, zum Vogelsberg und in die Wetterau genießt.

Einen weiteren Aussichtsturm, diesmal aber als Rekonstruktion eines römischen Wachturms, findet man nicht weit entfernt nordöstlich auf dem Gaulskopf (397m). Hier wurden die Reste eines besonders hohen Römerturms rekonstruiert und als Aussichtsturm der Bevölkerung zugänglich gemacht. Der Römerturm auf dem Gaulskopf gilt als einer der am besten rekonstruierten Wachtürme des gesamten Limes. Bei gutem Wetter hat man einen schönen Blick in den Hochtaunus und über die Wetterau.

Innerhalb von Pfaffenwiesbach fällt die alte Schule – heute das örtliche Heimatmuseum – ins Auge. Hier zeigt der Heimat- und Verkehrsverein Pfaffenwiesbach seit 1984 Urkunden aus dem Ortsarchiv, historische Karten und eine Sammlung alter landwirtschaftlicher Geräte.

Nicht weit entfernt vom Heimatmuseum steht die neuromanische Pfarrkirche St. Georg aus dem Jahre 1862. Tritt man in die Kirche, kann man einen Taufstein aus dem späten 14. Jahrhundert betrachten. Gute hundert Jahre jünger ist die Renaissance-Skulptur des heiligen Georg.

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