Ockstadt

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Das 817 erstmalig erwähnte Ockstadt ist der Kirschenort der Wetterau. Schon die Kelten nutzten wohl das gute Klima, um sich in Ockstadt niederzulassen und den fruchtbaren Boden zu bestellen, den heute die Ockstädter Kirschbäume so mögen. Das leckere Steinobst fühlt sich in dem Friedberger Stadtteil prächtig wohl. Die Wetterau: Nicht nur Kornkammer, sondern auch Obstkorb Hessens!

Ockstadt ist zu fast jeder Jahreszeit ein besonderer Genuss. Im Frühling pudern die Blüten tausender Kirschbäume den Hang des Kirschenbergs, der mit einer Fläche von 100ha als Hessens größtes Streuobstgebiet gilt. Im Sommer sind die Früchte genussreif und im Herbst zieren die bunten Blätter der Bäume und insbesondere des Speierlings die Region. Ein ganz besonderes Exemplar ist der am Kirschenberg gelegene Dicke von Ockstadt, ein Speierling (Wildobstbaum der Rosengewächsfamilie), der auf 200 Jahre geschätzt wird.

Nördlich des Kirschenbergs liegt die Hollarkapelle, beliebtes Ausflugsziel und Ort für Hochzeiten und Taufen. Die Hollarkapelle markiert eine Siedlung, die womöglich von Menschen, die Weinbau betrieben, belebt wurde und nach dem Dreißigjährigen Krieg wüst fiel. Die Kapelle stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde mit den Materialien eines Vorgängerbaus errichtet, Wanderer genießen auf dem Weg zum Kirschenberg einen fantastischen Blick über Ockstadt und die Wetterau.

Geht man zurück - in der Zeit und nicht des Weges - stößt man auf Schloss Frankenstein (Franckenstein). Die katholischen Herrn von und zu Franckenstein erbauten 1712-25 sich ein heute in Privatbesitz befindliches Schloss, das auf ein ursprüngliche Burganlage aus dem 13. Jahrhundert zurückgeht. Was für eine dickmauerliche Zeitreise, erahnbar von außen an dem trutzigen Umfassungsmauern. Mehr geht auch nicht, denn Schloss Frankenstein kann nicht besichtigt werden.

Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus wurde 1909-1911 neobarock und im Jugendstil erbaut. Das Monument ist eine dreischiffige Basilika, mit beeindruckenden Altären, die barocke und Elemente des Rokoko beinhalten. Drei der Altäre entstammen dem Vorgängerbau. Die gotische Grablegung stellt den wertvollsten Kirchenschatz dar. Zusätzlich zu den Schätzen gehören Kelche und Monstranzen (lat. monstrare = zeigen), kostbare „Gefäße“ zum Zeigen der Hostien, aus dem Frühbarock. Aus der gleichen Zeit stammen die Kaseln (lat. casula = Zelt), die liturgischen Gewänder.

Neben Kirschen- und Kirchengeschichte hat Ockstadt auch Action zu bieten. Beschauliche Action bei einem Besuch des Golfparks am Löwenhof, Crocodile-Dundee-mäßig auf der benachbarten Alligator-Action-Farm, die man besichtigen oder wo man den Kopf verlieren kann, nicht wirklich natürlich, oder mit einem Alligator schwimmen darf, wirklich, nach Voranmeldung.

Ruhiger geht es weiter nördlich zu, wo im Naturschutzgebiet Übungsplatz bei Ockstadt sich rund um kleinere Tümpel eine artenreiche Tier- und Pflanzengemeinschaft eingerichtet hat.

Verlässt man Ockstadt nach Westen Richtung Friedberg findet man auf der ehemaligen Gemarkungsgrenze die katholische St. Georgskapelle an der Seewiese. Das katholische Ockstadt ließ die Kapelle bauen, denn die Ockstädter Kirche platzte aus allen Nähten, da auch die Katholiken aus dem bereits 1541 reformierten Friedberg nach Ockstadt zum Gottesdienst kamen. Abhilfe schaffte die 1734-36 erbaute Georgskapelle.