Graf-Engelbert-Weg Etappe 1 Hattingen - Alter Schee


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 21 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 41 Min.
Höhenmeter ca. ↑698m  ↓591m
Der Graf-Engelbert-Weg startet in Hattingen an der Ruhr

Der Graf-Engelbert-Weg beginnt seine Nord-Süd-Tour durch das Bergische Land in Hattingen im Ennepe-Ruhr-Tal, unweit des Bahnhofs Hattingen-Mitte, an dem die Rhein-Ruhr S-Bahn-Linie 3 ankommt und einen komfortablen Nahverkehrsanschluss an die Großstädte Oberhausen, Essen und Bochum bietet.

Bevor man loswandert, sollte man einen Blick auf die mittelalterliche Altstadt Hattingens werfen. An den Hattinger Eisenmännern vorbei kommt man durchs modern umgestaltete Steinhagentor in die kreisförmige Altstadt mit dem bekannten Bügeleisenhaus, dem alten Rathaus und der St. Georgkirche - sehenswert!

Zurück an der S-Bahn-Station führt der Graf-Engelbert-Weg zunächst parallel der Bahnlinie bis zur Bochumer Straße, über die der Hauptwanderweg die Ruhr erreicht. Über den alten Leinpfad an der Ruhr folgt der Graf-Engelbert-Weg dem Fluss um die markante Schleife und führt dann zum ersten Zwischenziel auf dem Weg: den Ruinen der Isenburg, auf der einst Friedrich von Isenberg residierte. Er war es, der Graf Engelbert 1225 mit seinen Männern bei Gevelsberg tötete und daraufhin ein Jahr später in Köln schändlich gerädert wurde.

Zur Zeit ihrer Erbauung 1200 stellte die Isenburg eine ungewöhnlich große Befestigung dar. Oberburg und Unterburg waren beide jeweils rund 120m lang. Nachdem Kaiser Friedrich II. die Reichsacht über Friedrich von Isenberg verhängte, wurde die Burg geschleift. Heute finden sich in der Unterburg die Ruinen eines Wohnturms, eines Pochhauses (Werkstatt) und der Schmiede. Am südwestlichen Ende der Burganlage befindet sich die Ruine des Bergfrieds. Dieser mächtige, 20m breite Turm hat, wie der Bergfried der Stammburg der Familie Isenberg - Burg Altena im Lennebergland – einen hufeisenförmigen Grundriss.

Auf der damals noch nicht freigelegten Ruine des Palas ließ 1855 Hofbaumeister Max Josef Custodis ein Landhaus errichten. In diesem Haus Custodis unterhält heute der Verein zur Erhaltung der Isenburg ein kleines Museum, das sonntags geöffnet ist und u.a. ein Modell der Isenburg zeigt, das von einem Vereinsmitglied in 650 Arbeitsstunden aus Lindenholz nach alten Zeichnungen geschnitzt wurde.

Von der Isenburg führt der Graf-Engelbert-Weg südwärts bis zum Deilbach, einem 21km langen Zufluss der Ruhr. Wir sind in Nierenhof, einem Stadtteil von Velbert im Niederbergischen Land. Hier mündet der Felderbach in den Deilbach. Der Graf-Engelbert-Weg folgt jetzt dem Felderbach hinein in den Elfringhauser Schweiz genannten Landstrich zwischen Felderbach und Deilbach. Als Elfringhauser Schweiz wird die Hügelkette zwischen Hattingen, Wuppertal, Spröckhövel und Velbert im südwestlichen Ennepe-Ruhr-Tal bezeichnet. Die Hügel steigen zwar kaum auf 300m ü. NN, das dafür aber recht steil.

Der Graf-Engelbert-Weg führt auf dem Weg durch die Elfringhauser Schweiz am Berger Hof vorbei, der bereits 1482 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Heute wird der historische Bergerhof als Erlebnisbauernhof geführt und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Städter können hier Ziegen, Esel, Ponys, Pferde, Gänse und andere Vierbeiner bestaunen. Am Bergerhof gibt es auch einen ökologischen Lehrpfad, der durch Streuobstwiesen und Bachauen führt. Der Strom für die Backstube und die Metzgerei wird übrigens von der ersten Windradanlage des Ruhrgebiets erzeugt.

Weiter geht es auf dem Graf-Engelbert-Weg in die Herzkämper Mulde, eine Senke zwischen den Sprockhöveler Stadtteilen Gennebreck und Obersprockhövel im Ennepe-Ruhr-Tal. Das heute überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gebiet zählt zu den ältesten Steinkohleabbaugebieten des Ruhrgebiets. Das Wegzeichen X28 führt zielsicher zum Kreßsieper Erbstollen, der der Entwässerung der südlichsten Zeche des Ruhr-Kohlereviers – den Sieper und Mühler Gruben – diente. Das Stollenmundloch bei Fahrentrappe wurde restauriert und liegt direkt am Graf-Engelbert-Weg.

Das Ziel der ersten Etappe auf dem Graf-Engelbert-Weg ist das Fachwerkdörfchen Alter Schee im Sprockhöveler Stadtbezirk Gennebreck. Schee ist eine Abwandlung des Wortes Scheid und tatsächlich verläuft auf dem Sandsteinrücken südlich von Schee die Wasserscheide zwischen Wupper und Ruhr.

Graf-Engelbert-Weg Etappen


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