Freusburg

Eine bemerkenswerte Burganlage im Wildenburger Land ist Burg Freusburg. Sie liegt in Freusburg, einem Stadtteil von Kirchen, oberhalb der Sieg. Die Burg wurde um 1100 errichtet. Der erste offizielle Eintrag von Burg Freusburg stammt aus einer Erbteilurkunde von 1247. Danach wurde sie immer wieder erweitert und sogar teilweise abgebrochen und erneuert. Ursprünglich gehörte Burg Freusburg den Grafen von Sayn. 1896 ging sie an die preußische Forstverwaltung und diente einige Jahrzehnte als Wohnsitz des hiesigen Försters.

1928 wurde Burg Freusburg in eine Jugendherberge umgewandelt. Mit ca. 60.000 Übernachtungen jährlich zählt sie zu den meistbesuchten Jugendherbergen Deutschlands. In den Räumlichkeiten der Freusburg werden Veranstaltungen mit bis zu achtzig Personen abgehalten. Der Burgkeller wird als Trausaal des Standesamts Kirchen genutzt.

Unterhalb der Freusburg liegt die Freusburger Mühle direkt am Flusslauf der Sieg. Ursprünglich lag die Freusburger Mühle am Fuße des Burgbergs auf der rechten Seite der Sieg. Vermutlich wurde sie im 17. Jahrhundert an ihren jetzigen Standort am linken Ufer verlegt, um das dort größere Gefälle zu nutzen. Die Gesamtanlage mit den unterschiedlich alten Gebäuden steht unter Denkmalschutz.

Als Graf Sebastian II. von Sayn 1561 die Reformation in Freusburg einführte, entstand die Notwendigkeit eines eigenen Gotteshauses. 1592 wurde mit dem Bau der evangelischen Kapelle Freusburg begonnen. 1594 wurde sie durch den lutherischen Pastor und Hofprediger Adam Klingspor aus Niederfischbach eingeweiht. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Wandmalereien der Kapelle übertüncht und im Zuge von Renovierungsarbeiten 1947 wieder entdeckt, freigelegt und restauriert.

Sehenswert ist das Freusburger Otto-Pfeiffer-Museum in der Burgstraße. Hier sind Arbeiten des Impressionisten und Naturalisten Otto Pfeiffer (1882-1955) ausgestellt. Seine Mutter Wilhelmina Stracke stammte aus Freusburg. Tochter Margarethe hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, noch vorhandene Werke ihres Vaters aus den USA und Europa zusammenzutragen. Einen Teil davon stiftete sie dem Geburtsort ihrer Großmutter.

Burg Freusburg bildet den Einstieg für den Druidensteig. Dieser zertifizierte Wanderweg führt über 75km vom Wildenburger Land über den hohen Westerwald in die Kroppacher Schweiz. Namenspate für den Druidensteig war der Druidenstein (431m), ein Basaltkegel bei Kirchen, der als Naturdenkmal und als eines von 77 nationalen Geotopen ausgewiesen ist. Sehenswürdigkeiten entlang des Druidensteigs sind u. a. das Zisterzienser-Kloster Marienstatt bei Hachenburg, die Barockkirche in Daaden, das Naturschutzgebiet Schimmerich, das Besucherbergwerk Grube Bindweide und Schloss Friedewald.

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