Niederfischbach

Der Name Siegerländer Dom hat schon so manchen Wanderer verwirrt, der in Niederfischbach unterwegs war – denn hier gibts weder einen Dom, noch sind wir im Siegerland. Die katholische Pfarrkirche St. Mauritius und Gefährten zählt zum Wildenburger Land in Rheinland-Pfalz, während das Siegerland zu Nordrhein-Westfalen zählt. Dennoch befand der Volksmund, dass diese große Kirche das wichtigste katholische Gotteshaus weiter über die Grenzen von Niederfischbach hinaus, bis hinein ins evangelisch geprägte Siegerland, sein sollte.

Der Siegerländer Dom ist die einzige Kirche im Landkreis Altenkirchen, die vier Türme hat, was ihre stolze Größte eindrucksvoll unterstreicht. Erbaut wurde das Gotteshaus 1897-98 im neuromanischen Stil.

Beim Besuch des Siegerländer Domes lohnt sich ein Blick auf den Fußboden: Größte Sehenswürdigkeit der Kirche ist das Bodenmosaik Wurzel Jesse im Mittelgang des Kirchenschiffes. Mit Wurzel Jesse oder Jessebaum bezeichnet man ein beliebtes Motiv der mittelalterlichen christlichen Kunst, in der der Stammbaum Christi als Baum dargestellt wird. Der Stamm beginnt mit Jesse, dem Vater König Davids von Israel, der meist liegend abgebildet wird. Es folgen David sowie weitere Könige von Israel und Juda. Krone des Baumes ist das Bildnis von Maria mit dem Jesuskind.

Am Marktplatz von Niederfischbach liegt die evangelische Kirche, das älteste Bauwerk von Niederfischbach und ursprünglich einzige Kirche des Ortes. Erbaut wurde sie vermutlich im 11. Jahrhundert als Kirche des heiligen Mauritius. Heute steht vom ursprünglichen Gebäude nur noch der romanische Turm. Der Saalbau wurde um 1821 errichtet. Die evangelische Kirche diente lange Zeit als Simultankirche für beide Konfessionen, beginnend mit der Reformation. Durch den Neubau der heutigen katholischen Kirche endete das Simultaneum in gutem Einvernehmen.

Neben den beiden Kirchen hat Niederfischbach eine Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten aufzuweisen. Ein Bummel lohnt sich z.B. rund um die Mühlenstraße mit ihren denkmalgeschützten Fachwerkhäusern aus dem 18. Jahrhundert.

Wer am Marktplatz entlangwandert, dem sticht am Brunnen eine auffallende Bronzefigur ins Auge. Die Brunnenfigur von Niederfischbach wurde von der Künstlerin Marlies Hof aus Harbach geschaffen und anlässlich des ersten Brunnenfestes 1996 enthüllt. Seitdem findet das Niederfischbacher Brunnenfest immer am ersten Sonntag im Mai statt und erfreut sich großen Zuspruchs.

Wer eine Wanderung auf dem Grubenwanderweg oder einer anderen Strecke um Niederfischbach plant, sollte eine Rast am Tüschebachsweiher bei Eicherhof einplanen. Der Tüschebach ist ein Zufluss des Winnersbaches, der seinerseits in den Asdorfer Bach mündet, und wurde hier zu einem großen Weiher angestaut. Der 3,5ha große Tüschebachsweiher gehört dem Kreisfischerverein Siegen und wird auch zur Fischzucht genutzt. Wer mag, erkundet den Weiher mit dem Tretboot.

Einen Abstecher lohnt der Tierpark Niederfischbach südlich des Ortskerns. Hier leben auf einer mehr als 3ha großen Fläche 500 Tiere in 100 verschiedenen Arten, insbesondere Vögel und Säugetiere, mit Schwerpunkt heimische Tierarten wie Luchs, Waschbär und Eisvogel. Befestigte, meist ebene Wege führen durch den Park. Für kleine Besucher steht ein Spielplatz bereit.

In Niederfischbach wird ein Eisenbahnmuseum geplant, um die Geschichte der Asdorftalbahn darzustellen. Am ehemaligen Bahnhof Niederfischbach wurde ein Teil der Gleisanlagen nebst Zugmaschinen und funktionsfähiger Technik erhalten. Die Asdorftalbahn fuhr von 1888-1997 über eine 14km lange, eingleisige Strecke von Kirchen nach Freudenberg. An der relativ kurzen Strecke lagen zahlreiche Bahnhöfe und Haltepunkte sowie Anschlussstellen für den Güterverkehr. In Freudenberg ging die Streckenführung über die Biggetalbahn weiter. Auf der Trasse der Asdorftalbahn wurde zwischenzeitlich ein ca. 20km langer Radweg angelegt.