Harbach (Wildenburger Land)

Der Locherhofer Schafkäse verfügt nicht etwa über außergewöhnlich viele Löcher – er ist eine kulinarische Spezialität aus Locherhof am Löcherbach, einem Dorf in der Ortsgemeinde Harbach im Wildenburger Land. Harbach mit den Ortsteilen Hinhausen und Locherhof hat etwa 560 Einwohner, zählt zur Verbandsgemeinde Kirchen und liegt auf 284m ü. NN am Übergang vom Sieg-Bergland ins Siegerland. In allen drei Ortschaften finden sich schmucke, teils denkmalgeschützte Fachwerkhäuser.

Die Landschaft bei Harbach ist geprägt von zwei Bachtälern, die die ausgedehnten Wälder durchziehen: Das des 8km langen Löcherbachs, der durch den Ortsteil Locherhof fließt, und das des Hinhausenerbaches, das durch den Ortsteil Hinhausen fließt. Bei Harbach mündet der Hinhausenerbach in den Löcherbach.

Haupterwerbsquelle der Bewohner von Harbach waren über lange Zeit die Landwirtschaft und die Haubergswirtschaft, mit der das Land fruchtbar gemacht wurde. Das Bewirtschaften und Roden der Wälder lieferte Brennholz sowie Eichenlohe zum Herstellen von Leder. Mit dem Reisig wurde das Backhaus des Dorfes, der Backes, betrieben. Dann wurde die Rodung abgebrannt und die Asche als Dünger untergehackt. Auf dem Haubergsgelände wurde anschließend der sogenannte Haubergsroggen angebaut, der ein schmackhaftes Backes-Brot lieferte. Auch grasten bei Harbach „Bergmannskühe“, wie Ziegen damals genannt wurden.

Spätestens im 18. Jahrhundert gewann der Bergbau auch in Harbach an Bedeutung. Hier gab es kein eigenes Bergwerk; Männer und Kinder arbeiteten in umliegenden Gruben. Als Erinnerung an diese Zeit hat die Harbacher Künstlerin Marlies Hof einen Bergmann aus Bronze geschaffen, der als Brunnenfigur am Markplatz in Niederfischbach steht.