Schinderhannespfad Etappe 9 Aumenau - Kubacher Kristallhöhle


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Wegweiser
Länge: 19.45km
Gehzeit: 04:45h
Anspruch: leicht
Wegzustand: gut
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Höhenprofil und Infos

In Aumenau beginnt die vorletzte Etappe auf dem Schinderhannespfad. Zunächst folgt der Wanderweg der Lahn flussaufwärts durchs Weilburger Lahntal über Fürfurt bis nach Gräveneck. Der Ort entstand rund um die 1352 erbaute Burg Neu-Elkershausen, einem Ersatzbau der im gleichen Jahr zerstörten Burg Elkershausen im Weinbachtal.

Aber auch Burg Neu-Elkershausen wurde wieder zerstört, so dass heute nur noch wenige Reste der früheren Anlage sichtbar sind. Weitaus besser in Schuss ist die evangelische Kirche in Gräveneck, die 1776 als Saalbau mit Pilastergliederung errichtet worden ist. Direkt an der Lahn befindet sich ein großer Campingplatz. Weithin sichtbar ist das Wahrzeichen der Anlage, der über 22m hohe Turm aus rotem Backstein. Er diente bis 1966 der nahegelegenen Eisenerzgrube als Aufbereitungsanlage und wird heute als Hauptgebäude des Campingplatzes an der Lahn genutzt.

Von Gräveneck führt der Schinderhannespfad weiter lahnaufwärts bis nach Kirschhofen. Hier quert der Schinderhannespfad am Campingplatz die Lahn und leitet den Wanderer kurz in den hessischen Westerwald. Wenig später steht man gegenüber der Einmündung der Weil in die Lahn.

Auf der rechten Lahnseite geht es weiter nach Weilburg bis zum Ernst-Dienstbach-Steg, der in Weilburg nach seinem historischen Vorgänger noch immer Kettenbrücke genannt wird. Der Bau der Kettenbrücke war 1784 beauftragt worden, um die Wasserversorgung des Weilburger Schlosses sicherzustellen. Das Wasser wurde aus verschiedenen gesammelt und zu einem Verteiler auf dem Kanapee geführt. Hier oben befindet sich der kleine Aussichtstempel Hauseley, den man über einen kleinen Pfad abseits des Schinderhanneswegs erreicht.

Der Schinderhannespfad passiert dann über die Kettenbrücke die Lahn und ist in Weilburg angekommen. Durch die Hainallee geht es in die Altstadt. In der Hainallee findet sich ein unscheinbares, aber architekturgeschichtlich sehr wichtiges Bauwerk: Deutschlands höchstes Haus in Pisé-Bauweise. Die sechs Stockwerke sind nicht gemauert oder gezimmert, sondern durchgängig aus Lehm und Erde gestampft. Diese Bauweise verfolgte der Weilburger Unternehmer Wilhelm Jacob Wimpf im 19. Jahrhundert und machte damit Weilburg zur deutschen Hauptstadt des Lehmstampfbaus, der heute noch an vielen Gebäuden zu sehen ist.

Auf Höhe des Rollschiffs – einer Fährverbindung, die mittels eines Drahtseils betrieben wird – lohnt ein Abstecher hoch in die Altstadt von Weilburg zum Schloss Weilburg, eine der größten und wichtigsten barocken Schlossanlagen in Hessen. Am Standort der früheren Königsburg Konrad I. wurde das Schloss bis 1590 erbaut und dann ab 1703 zum heutigen Erscheinungsbild erweitert. Sehenswert ist neben dem Schlossgarten auch das Ensemble am Marktplatz mit der Schlosskirche, dem Rathaus und dem prachtvollen Neptunbrunnen.

Der Schinderhannespfad selbst führt am Rollschiff vorbei zum Weilburger Schiffstunnel, dem einzigen seiner Art in Deutschland. Hier können nicht nur Kanuwanderer das Erlebnis einer Tunneldurchquerung erleben. Mittlerweile ist der Schiffstunnel den modernen Verkehrsmittelns geschuldet um zwei weitere Röhren erweitert, durch die der Straßenverkehr und die Eisenbahn rollt.

Weiter geht es auf dem Schinderhannespfad durch die Frankfurt Straße zum früheren Jagdschloss Windhof. Es wurde 1714-18 als Sommerschloss durch Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg gebaut. Die ganze Anlage ist in strenger Symmetrie und unter Verwendung einfacher und nüchterner Bauformen errichtet worden. Hinter dem Haupthaus, dem eigentlichen Sommerschloss, wurde ein großer Park angelegt. Heute dient der Windhof als Wohnheim der staatlichen Technikerschule.

Dann führt der Schinderhannespfad weiter durchs Lahntal zum Weilburger Stadtteil Kubach. Hier wartet zum Ende der Wanderung noch ein geologisches Highlight: Die Kubacher Kristallhöhle. Sie gilt nicht nur als größter natürlicher Einzelhohlraum unter Tage in Deutschland, sondern besticht vor allem durch die funkelnden Kristalle. Zur Höhle hinab führen 347 Stufen und es herrschen konstante 9 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit ist mit ca. 85% relativ hoch, so dass der Besuch der Höhle mit einer kleinen Bergwanderung vergleichbar ist.

Schinderhannespfad-Etappen


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