Sauerland-Waldroute Etappe 7 Diemelsee - Marsberg


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 21 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 48 Min.
Höhenmeter ca. ↑781m  ↓877m
Die Sauerland-Waldroute endet in Marbsberg im Diemeltal

Gasthof DiemeltalGasthof Diemeltal

In Helminghausen direkt am Vorbecken des Diemelsees startet die letzte Etappe der Sauerland-Waldroute. Das Zentrum der kleinen Fremdenverkehrsgemeinde dominiert die 1906-07 erbaute Kapelle St. Maria von der Immerwährenden Hilfe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein neuer Glockenturm mit Glocken aus Siliziumbronze errichtet. Dieser Ersatzwerkstoff hört auch auf den Namen Briloner Sonderbronze, da er von der Briloner Gießerei Albert Junker verwendet wurde.

Durch die Briloner Straße verlassen wir Helminghausen in Richtung Padberg. Am Ortsrand von Padberg passiert die Sauerland-Waldroute die Überreste der Neuen Burg Padberg am Neuenhagen (447m). Viel zu sehen ist allerdings nicht mehr, nur noch ein Teil der Ringmauer ist erhalten.

An der Einkreuzung zur Diemelseestraße liegt direkt am alten Markt die ehemalige Dorfsynagoge Padberg. Sie wurde im 18. Jahrhundert erbaut und gilt als älteste erhaltene Fachwerksynagoge in Westfalen. Die Frauenempore, der Treppenaufgang, die Proportionen der Fenster sowie die Farbgestaltung des Innenraumes wurden rekonstruiert und seit 1999 dient die Synagoge Padberg als Mahnmal für Toleranz und Verständigung. Im Innern ist eine kleine Ausstellung zur lokalen jüdischen Geschichte untergebracht.

Hinter dem alten Markt erhebt sich stolz der Padberger Dom, die Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Sie wurde 1911-13 erbaut und ersetzte im alltäglichen Gebrauch die benachbarte St. Peter Kirche aus dem 11. Jahrhundert. Die wertvolle Barockausstattung der St. Peter Kirche wurde in der neuen Pfarrkirche untergebracht, darunter der 1670 gefertigte Taufstein mit Alabastersäulen und der 1736 entstandene Marienaltar.

Die Sauerland-Waldroute folgt jetzt grob dem Lauf der Diemel in nordöstliche Richtung. Nach Überquerung der Landstraße nach Giershagen trifft der Weg auf die Kluskapelle, den verbliebenen Rest der im 16. Jahrhundert wüst gefallenen Siedlung Niederupsprunge. Die Kluskapelle stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert. Den Altar aus Kalkstein, Alabaster und Marmor fertigte der Giershagener Bildhauer Heinrich Papen, einer der bedeutendsten Bildhauer des Barock in Westfalen.

Noch historischer wird’s auf dem weiteren Weg, der über den Kalvarienberg (373m) nach Obermarsberg führt. Die Sauerland-Waldroute passiert hier ein Gelände, das vor Jahrhunderten mit Blut getränkt wurde. Im heutigen Ort Obermarsberg stand einst die Eresburg, die größte bekannte sächsische Volksburg. Sie war 772 Ziel für Karl den Großen, König der Franken und später römischer Kaiser. An der Eresburg schlug Karl die Sachsen erstmals blutig und zerstörte ihr höchstes Heiligtum, eine Irminsul, eine Säule, die den Weltenbaum der germanischen Mythologie symbolisieren sollte.

Noch vor seiner Kaiserkrönunung soll Karl der Große höchstselbst in Obermarsberg ein Kloster gestiftet haben, das 826 dem Kloster Corvey zugeordnet und bis 1803 über tausend Jahre lang als Kloster genutzt wurde. Die zugehörige Kirche – eine der ersten auf westfälischem Boden – war zunächst eine kleine Steinbasilika und wurde dann im 13. Jahrhundert durch das heute noch als Pfarrkirche St. Petrus und Paulus verwendete Bauwerk ersetzt. Fast die gesamte neue Ausstattung wurde von der Werkstatt Papen aus Giershagen im Stil des Barock geschaffen. Dazu zählen auch die Kirchenbänke deren Wangen mit reichen Schnitzereien versehen sind.

Auf dem weiteren Weg kommt die Sauerland-Waldroute am Buttenturm vorbei. Er gehörte zur alten Stadtmauer und ist heute nur noch in halber Höhe erhalten. Vom Buttenturm aus hat man einen idealen Ausblick über das Diemeltal. Der Buttenturm ist einer von ehemals sieben Festungstürmen der Stadt.

Dann passiert die Sauerland-Waldroute das frühere Kapuzinerkloster Marsberg, in dem heute die LWL-Klinik Marsberg arbeitet. Die Klosteranlage war 1744 die letzte Klostergründung im Herzogtum Westfalen. Der Bau der Anlage zog sich von 1750-85. Gute zwanzig Jahre später kam dann die Säkularisation und aus dem Kloster wurde die Provinzial-Irrenanstalt Westfalen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die alten Gebäude abgebrochen und durch Neubauten ersetzt.

Als letzter markanter Wegpunkt vor Erreichen des Bahnhofs in Marsberg passiert die Sauerland-Waldroute die Propsteikirche St. Magnus. Bereits 1040 wurde an gleicher Stelle eine erste Kirche geweiht. Diese musste wegen Baufälligkeit 1852 abgerissen werden und wurde 1853-56 durch die neugotische dreischiffige Hallenkirche ersetzt.

Sauerland-Waldroute Etappen


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