Helminghausen

Gasthof DiemeltalGasthof Diemeltal

Helminghausen hat den höchsten Berg auf Marsberger Stadtgebiet zum Nachbarn, den 595m hohen Eisenberg. Der Eisenberg bei Helminghausen ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem deutlich bekannteren Eisenberg, der südöstlich von Helminghausen bei Korbach liegt. Weitere wichtige Erhebungen rund um Helminghausen sind Am Aufgange (557m), Essenberg (545m) oder Mittelberg (561m). Bekannt ist Helminghausen Wanderern aber vor allem wegen seiner Lage am Wasser. Nur wenig südlich des Ortes ragt die gewaltige Staumauer des Diemelsees 36m in die Höhe.

Der Staumauer des Diemelsees vorgelagert ist ein kleiner Weiher, an dem es sich entlangwandern lässt. Von hier aus fließt die 111km lange Diemel weiter Richtung Nordosten nach Marsberg und mündet schließlich bei Bad Karlshafen in die Weser. Die aus Bruchsteinen errichtete Staumauer wurde nach den Vorgaben des Baumeisters Intze errichtet. Sie bietet auch knapp hundert Jahre nach ihrem Bau einen beeindruckenden Anblick.

1325 taucht Helminghausen erstmals in einer Urkunde auf. Es muss damals eine Mühle gegeben haben, von der heute allerdings nichts mehr zu sehen ist. Das wohl älteste erhaltene Gebäude des Ortes ist der alte Gutshof, ein sehr schönes zweistöckiges Fachwerkhaus mit Walmdach. Es entstand 1680-81, nachdem Helminghausen zuvor im Dreißigjährigen Krieg schwer gelitten hatte. Neben dem Hauptgebäude sind auch ein Verwalterhaus und zwei Wirtschaftsgebäude des Gutshpfs erhalten, ebenso wie ein Rest der Mauer, die im 19. Jahrhundert gebaut worden war. Besichtigen kann man den Gutshof leider nur von außen, das Gebäude befindet sich in Privatbesitz.

Sehr wohl besichtigen kann man aber den Glockenstuhl mit der alten Schulglocke aus dem Jahr 1829. Eigentlich war die Glocke für das Angelusläuten vorgesehen, kam aber später auf das Dach der Schule. Nicht nur Schüler wussten dank ihr, was die Stunde geschlagen hatte, sondern auch die hiesigen Steuerzahler. Denn als Steuerglocke läutete sie auch, um den Termin für die Abgaben zu verkünden.

Im Jahr 1906 legten die Helminghäuser den Grundstein für ihre katholische Kirche. Die Kirche St. Maria von der Immerwährenden Hilfe ist ein typisch neuromanische Bau. Der Wunsch, eine eigene Kirche im Dorf zu haben, ist aber schon weit älter und reicht bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück. Zu beschwerlich war den Menschen der Weg nach Beringhausen, um zum Gottesdienst zu gelangen.

1956 entstand der charakteristische Glockenturm mit dem flachen pyramidenförmigen Dach. Etwas Besonderes sind die drei Glocken, die darin läuten. Sie wurden aus Siliziumbronze gegossen, auch Briloner Sonderbronze genannt. In der Nachkriegszeit waren Materialien knapp, und die Briloner Sonderbronze, bei der der Zinnanteil durch Silizium ersetzt wurde, ermöglichte eine preiswertere Produktion.

Mehrere weitere Sehenswürdigkeiten finden sich rund um den Ort, darunter auch einige kürzlich erneuerte Wegekreuze. Dazu gehören das Weiße Kreuz vor dem Kahlenberg (422m), das 1930 hier aufgestellt und 2005 erneuert wurde, das Wegekreuz am Scheeweg, eines an der Padberger Straße und eines an der Diemel unterhalb des Eisenbergs.